Meine unterbrochene Reise und die Gaunereien der Autoindustrie

Achtung: Der Beitrag konnte während der Bearbeitung durch eine Unachtsamkeit meinerseits eingesehen werden, was dazu führte, dass viele Fehler und Ungereimtheiten während des Rohentwurfs öffentlich mitverfolgt werden konnten. Bitte entschuldigen Sie das Versehen!

Liebe Leser,

ich schrieb am Samstag morgen:

heute morgen und übermorgen gibt es keine neuen Beiträge.

Eventuell im Spamfilter hängengebliebene Kommentare können erst am 25.06.2013 freigeschaltet werden.

admin

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Es hat etwas länger gedauert. Ursprünglich wollte ich am Sonnatg zurück sein umd am Montag schon längst überfallige Arbeiten am Blog erledigen. Daraus wurde nichts.

Der Marktplatz in Bischofsheim a.d. Rhön

Eine Reise in den Norden, die keine wurde

Mein VW Touran (Baujahr 2004), den ich vor etwa einem halben Jahr erworben hatte,  versagte am Samstag, den 23.06.2013, schlagartig an einer äußerst gefährlichen Stelle auf der A7 bei Bad Brückenau Richtung Norden seinen Dienst. Und zwar genau da, wo die neue Autobahnbrücke seinen tiefsten Punkt erreichte. Ich ließ das Auto auf der engen zweispurigen Behelfsfahrbahn solange wie möglich rollen und kam gerade so weit, wie die Leitplanke rechts zu Ende ging und sich ein Ausweichplatz am ersten Baken eröffnete. Da stand ich nun mit meinen beiden Mitreisegenossen, der eine wollte nach Soest, der andere irgendwohin nach Ostwestfalen. Oder ist Soest auch in Ostwestfalen?

Glück im Unglück. Mir rinnen immer noch die Schweisstropfen von der Stirn, wenn ich daran denke, was hätte passieren können, wäre ich vorher auf der Fahrbahn zum Stehen gekommen. Die Totalsperre der Autobahn in besagter Richtung wäre das mindeste gewesen.

Wie kommt es, dass ein Auto ohne die geringsten Anzeichen einer Schädigung seinen Dienst aufgibt und die Elektronik auch nachher keinerlei Schäden anzeigt?

Wir stehen am Rande des tosenden Autoverkehrs und  öffnen die Motorhaube – eine Reaktion, aus Verlegenheit, die genauso einfältig wie nutzlos ist…. als ob man da etwas sehen könnte. Vor 40 Jahren, bei einem VW-Käfer konnte man noch eventuell noch erkennen, was Ursache eines Problems war.

Die elektronische Anzeige vermeldet: “Motorhaube nicht geschlosssen”. Also schließe ich die Motorhaube wieder. Die elektronische Anzeige reagiert sofort entsprechend.

Ein Mitfahrer sagt, wenn die Elektronik keine Warnmeldung  gebe, sei alles in Ordnung. Man müsste das Ding nur neu “booten”. Vorher müsse man allerdings die Batterie abklemmen. Ich habe aber keine Schlüssel dabei, um die Batterie abzuklemmen.

Diverse Startversuche bringen nichts. Die Elektronik meldet  nun, dass die Heckklappe nicht geschlossen ist, weil meine geneigten Mitfahrer etwas Proviant über die Heckklappe aus dem Auto geholt hatten.

Jedenfalls benachrichtigt einer meiner hilfreichen Kollegen einen Dienst. Über ein I-Phone-ähnliches Gerät geht das problemlos und wir werden mit unserm Auto abgeschleppt…

Reise zu Ende

Für mich war damit die  Reise zu Ende. Nun habe ich ein paar Tage des Nachdenkens über Technik und den Sinn des Lebens vor mir.

Und welcher Ort eignet sich da besser als die Hochröhn?

Die  Kfz-Werkstätte sucht am darauffolgenden Montag nach den Ursachen des High-Tec-Problems. Ich habe mir mittlerweile eine Unterkunft in einer Gaststätte besorgt. Diverse Verschwörungstheorien über Elektronik tauchen auf. Die Wirtin des Gasthofes, in dem ich übernachte, berichtet von einem Gast, dessen Heckklappe (bzw. die seines Autos) sich immer öffnen würde, wenn er auf Urlaub in die Rhön käme…….

Der erfahrene Werkstattbesitzer, der an Wochenenden alleine bis zu 25 Abschlepp-und Reparaturvorgänge zu bewältigen hat und alle möglichen Wunder mit den Wundern der Autotechnik erlebt hat, tippt auf die Kraftstoffpumpe, die den Diesel zum Motor befördert, denn die Fehleranalyse schweigt sich aus. Wir erinnern uns, es gab urplötzlich keine Kraftstoffzufuhr mehr. Dazu muss man erst mal an die Pumpe heran und der Tank wird freigelegt.

Bald stellt sich heraus, dass die Pumpe, welche den Diesel vom Tank zum Motor befördert, nicht der Grund für das Problem ist. Man vermutet nun, es könne an der Hochruckpumpe liegen, welche die Düsenköpfe versorgt. Der Motor wird geöffnet und eine neue Hochdruckpumpe eingebaut. Aber diese behebt das Problem ebenfalls nicht.

Mir wird ganz anders, denn eine Kreditkarte besitze ich (gottseidank) nicht und ich habe “nur” 1000 Euro dabei, die gar nicht mir gehören.

Kann es der Kabelsatz für die Steuerung der Düsenköpfe sein, welche den Diesel über die Hochdruckpumpe in die Zylinder dosieren? Diese Kabel verlaufen im Motor-Öl und so löst sich das Isolierungmaterial der Kabel nach einer gewissen Zeit auf, so dass es zu ungewollten kontakten der Drähte untereinander kommt…

Jedenfalls, der Kabelsatz war das corpus delicti.

Nach fast vier Tagen kann ich wieder heimfahren. Der Kfz-Meister in der Rhön gab mir warnende Worte mit:

Die Düsenköpfe wären seiner Erfahrung nach auch sehr anfällig. Ein Düsenkopf – so sagte er – koste 400 Euro, und man sei gut beraten, gleich alle vier zu wechseln, denn der Einbau käme ja auch dazu. Lieber alle auf einmal, denn sonst “kämen” alle nacheinander, und jedesmal hätte man dieselbe Arbeit mit dem Einbau. Er meinte natürlich die Kosten für den Einbau jedes einzelnen.

Während ich gerade losfahren will, erinnere ich mich daran, dass ich erst vorletzte Woche den Wagen in einer Werkstatte bei Rosenheim  hatte. Die unglaublich komplexen Glühkerzen waren kaputt (mir schwirrt im Kopfe herum, wielange es schon Glühkerzen geben mag, — vielleicht 150 Jahre?).

Den Fehler mit den Glühkerzen hatte damals die Elektronik gemeldet. Oder hatte die Elektronik nur gemeldet, dass die Glühkerzen “kaputt” sind, weil die einfach schon zulange im Motor waren?

Während ich also mit solchen Gedanken motorschonend in Richtung Rosenheim fahre  – jederzeit darauf gefasst, dass diesmal die Elektronik wieder nichts meldet – fällt mir siedendheiß ein, dass ich vor etwa 3 Wochen laufend Ausfälle des Turboladers hatte. Auch der der Turbolader ist – gerade bei VW, Audi etc, extrem empfindlich. Das hatte mir der andere Kfz-Meister bei Rosenheim geflüstert, bei dem ich die Glühkerzen einbauen ließ. Bei einem Kilometerstand von 230.000 Kilometer ist bei manchen Auto schon der zweite Turbolader fällig, sagte er.

Schwitzend erreiche ich ohne Probleme Rosenheim.

Nun sitze ich,  vorerst sicher vor weiteren Plünderungen der Automafia,  am Bildschirm und schreibe diesen Artikel. Im Gedenken an einen Audi100 Baujahr 1984, mit 90 PS-Benzinmotor, der – ausgezeichnet von AUDI – 476.000 Kilometer hinter sich hatte, als ich ihn 2004 im Winter auf eisigen Strassen gegen einen Baum fuhr.

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