9-PUNKTE-PLAN SOLL KRIEG GEGEN IRAN VERHINDERN

Christoph Hörstel: USA/Russland - Prognose 2017! Weltkrieg?!
Christoph Hoerstel

Prof. em. Mohsen Massarat in “nrhz

von Christoph R. Hörstel

Herr Professor Massarat ist in Deutschland bekannt, weil er zu “iranischen Fragen” Stellung nimmt.Um diese neun Punkte hat er ein kleines Geheimnis gemacht, jetzt sind sie offen, das ist ein Fortschritt. Möglicherweise sind sie auch deshalb offen, weil keiner der Kontrahenten sie will.

Die westlich beherrschte Seite will ja ohnehin keine Lösung des “Problems” sondern den Iran einfach nur unterwerfen oder wirtschaftlich an die Wand fahren, was dann aufs Gleiche herauskommen soll, zumindest in der Denkweise westlicher Sandkastenstrategen.

Wichtig ist dabei nur das Ende des friedlichen iranischen Atomprogramms. Die iranische Seite hat längst verstanden, dass es ausschließlich darum geht – und schickt sich an, ihre Möglichkeiten wegen der gestiegenen Bedrohung neu zu sortieren, um damit fertig zu werden. Grundsätzlich – und dieses Element findet im Gesamtvorschlag bei Massarat keinerlei Erwägung – sollte Iran überhaupt keinen Schritt tun, ohne den Westen nach genau festgelegten Veröffentlichungsplänen schriftlich zu verpflichten, seine Bevölkerungen ausnahmsweise faktentreu und flächendeckend zu unterrichten.  Denn es ist das westliche Mediengelüge, das die Nato-Kriege der letzten 25 Jahre erst ermöglichte, das darf nie vergessen werden.

MASSARAT schreibt:

“Die iranische Republik sollte
3.         ihre Bereitschaft erklären, den Atomkonflikt im Rahmen der UN-Konferenz beilegen zu wollen und zur Vertrauensbildung die Urananreicherung über 5 Prozent einseitig für 3 Monate zu stoppen und gleichzeitig die Verlängerung dieser Maßnahme anzukündigen, sofern die USA und die EU innerhalb dieses Zeitraums einen wesentlichen Teil ihrer Sanktionen ebenfalls einstellen. Diese Bereitschaft sollte auch den endgültigen Stopp der Urananreicherung über 5 Prozent einschließen, sofern im Gegenzug auch der Westen sämtliche Sanktionen gegen den Iran einstellt. Ferner sollte sich der Iran bereit erklären, bis zur vollständigen Lösung des Atomstreits im Rahmen der UN-Konferenz seinen Bedarf an 20prozentig angereichertem Uran für seinen Teheraner Forschungsreaktor aus dem Weltmarkt abzudecken.”

MEIN KOMMENTAR

1. Iran hatte in der Vergangenheit schon einseitige Anreicherungsstops verfügt, die nicht geholfen haben. Alle Nachteile einschließlich hoher Kosten lagen beim Iran, alle Vorteile auf der anderen Seite, die Verhandlungen blieben trotzdem schwierig und wenig konstruktiv.
2. Was macht denn der Iran mit dem auf 20% angereicherten Material, das er noch hat? Diese Frage muss geklärt werden. Ich nehme an, Massarat beabsichtigt Eigenverbrauch – und sein Vorschlag bezieht sich auf die Zeit danach.

MASSARAT

“Die Islamische Republik Iran erklärt ihre Bereitschaft,
4.         sämtliche iranische Atomanlagen von einer gemeinsam mit der IAEO zusammengestellten Kommission kontrollieren zu lassen und alle von der Kommission als für den Brennstoffkreislauf zum Zwecke der friedlichen Nutzung der Atomenergie überflüssige Anlagen stillzulegen, sofern sich Israel dem Abrüstungsprozess durch Mitwirkung in der UN-Konferenz anschließt und sich auch bereit erklärt, dem NPT beizutreten.”

MEIN KOMMENTAR

1. Wenn sich diese Kommission einig werden sollte, wäre das Gesamtproblem praktisch gelöst. Nach meiner Einschätzung wird der Westen nicht einmal zustimmen, dass diese Kommission überhaupt erst gebildet wird, zumindest solange er den umstrittenen IAEO-Chef Amano an seiner Seite weiß.
2. Ohne geklärte Verfahren und Verifizierungen sind Israels Schritte wenig wertvoll, geschweige denn verlässlich.

MASSARAT

“Die Islamische Republik Iran erklärt ihre Bereitschaft,
5.         mitzuwirken, dass alle Abkommen, die für die Einrichtung einer Zone frei von Massenvernichtungsmitteln erforderlich sind, innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen und spätestens innerhalb von 5 Jahren nach Vertragsabschluss umgesetzt werden.”

MEIN KOMMENTAR

Es ist dem Iran niemals anzuraten, solche Dinge einseitig zu erklären, weil dieses Entgegenkommen dem Iran schaden könnte im jetzigen Klima der “Verhandlungen”, die ja nichts anderes sind als Erpressungsversuche unter Androhung von Waffengewalt bei Fortdauern eines heimlichen Klein- und Wirtschaftskrieges gegen den Iran.

MASSARAT

“Die Islamische Republik Iran erklärt ihre Bereitschaft,
6.         mit allen Mitgliedsstaaten der UN-Konferenz bilaterale Nichtangriffsverträge zu schließen.”

MEIN KOMMENTAR

Sehr schöne Idee unter der Voraussetzung, dass die anderen Seiten erklären, dass sie sich an diese Nichtangriffsverträge halten werden – und vor allem: dass der zuvor von mir erwähnte heimliche Kleinkrieg gegen Iran vor Verhandlungsbeginn aufhört.

MASSARAT

“Die Islamische Republik Iran erklärt ihre Bereitschaft,
7.         mit allen Mitgliedsstaaten der UN-Konferenz auf ökonomischen, ökologischen, kulturellen und wissenschaftlichen Gebieten kooperieren zu wollen.”

MEIN KOMMENTAR

Das versucht der Iran schon seit langem. Und ich werde nie vergessen, wie auf ein Telefonat eines führenden Mitglieds des berüchtigten Zentralrats der Juden in Deutschland, der bedauerlicherweise eine Spielwiese radikal-zionistischer Aktivisten geworden ist, in München eine kulturelle Veranstaltung mit Gelehrten aus Iran 48 Stunden vor Beginn gestoppt wurde, 2009 oder 10, ich weiß es nicht mehr. Die haarsträubende und unrechtmäßige Embargopolitik des Westens ist ein weiteres Faktum, das auf den Handlungsbedarf des Westens hinweist, nicht auf den des Iran.

MASSARAT

“Die Islamische Republik Iran erklärt ihre Bereitschaft,
8.         parallele Abrüstungsverhandlungen im Bereich der konventionellen Waffen auf der Grundlage der internationalen Abkommen CFI und Balkan-Ergänzungsabkommen und mit den entsprechenden vertrauensbildenden Maßnahmen aufzunehmen, sobald die Verhandlungen für die massenvernichtungswaffenfreie Zone sichtbare Erfolge erzielt haben.”

MEIN KOMMENTAR

Ein weiteres einseitiges Entgegenkommen, das wirkt, als habe der Iran zugegeben, hier eine Bringschuld abzuleisten. Solche Entgegenkommen müssten in einen vernünftigen kommunikativen und politischen Kontext eingebunden werden, um nicht eine Seite (natürlich den Iran) einseitig zu benachteiligen.

MEIN FAZIT

Eine Reihe wenig praktikabler und für den Iran wegen einseitige Benachteiligung nicht ratsamer Schritte, die im Moment in der Politik auch deshalb keine Chance haben werden, weil es dem Westen und Israel noch zu gut geht, dort will man (noch) mehr.

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