Aufhebung der Yukos-Entschädigung

Das dürfte den Parasiten überhaupt nicht gefallen:

„Wir begrüßen die Entscheidung eines Bezirksgerichts in Den Haag, das das Urteil des Haager Schiedsgerichts über die Auszahlung einer Entschädigung in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar an die ehemaligen Yukos-Aktienbesitzer aufgehoben hat“, sagte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, am Mittwoch.

Dies sei das größte Verdikt in der internationalen Schlichtungspraxis, sagte Peskow. Er verwies darauf, dass „erstmals seit 20 Jahren ein Beschluss des Haager Gerichts aufgehoben wurde“.

Moskau gehe davon aus, dass jetzt in allen (beteiligten) Ländern mit der sofortigen Einstellung des Betreibungsverfahrens im Fall der ehemaligen Yukos-Eigner begonnen wird, so Peskow.

„Wir verstehen nur zu gut, dass das (der heutige Beschluss des Haager Bezirksgerichts über die Aufhebung der Entschädigung von 50 Milliarden US-Dollar für die ehemaligen Yukos-Aktienbesitzer) kein Ende dieser Story ist“, sagte der Kreml-Sprecher. Ihm zufolge „wird diese Arbeit in verschiedensten Jurisdiktionen fortgesetzt“.

Laut den endgültigen Beschlüssen hätte Russland die drei ehemaligen Yukos-Aktienbesitzer in einer Höhe von 50 Milliarden US-Dollar entschädigen sollen…..

Am 18. Juli 2014 wurde der Klage der ehemaligen Yukos-Aktienbesitzer stattgegeben und der russische Staat verpflichtet, den Firmen Hulley Enterprises, Yukos Universal Limited (Zypern) und Veteran Petroleum Ltd Entschädigungen in Höhe von insgesamt 50 Milliarden US-Dollar auszuzahlen. Die sechs Schiedsbeschlüsse (drei Zwischen- und drei endgültige Beschlüsse) des Schiedsgerichts wurden am heutigen Mittwoch von einem Bezirksgericht außer Kraft gesetzt.

Hintergrund:

Die letztendliche Gerichtsentscheidung in dem russischen Verfahren gegen den früheren Öl-Oligarchen hat dramatische Proteste von der Obama-Administration und von Regierungen rund um die Welt hervorgerufen und die russische Justiz als Tyrannei und Schlimmeres gebrandmarkt. Was dabei sorgfältig bei der Chodorkowski-Geschichte vergessen wird, ist der wahre Grund, warum Putin den Ex-Chef des größten privaten Ölgiganten Yukos festnehmen und ins Gefängnis werfen ließ.

von F. William Engdahl (Übersetzung von politaia.org)

Michail Chodorkowskis tatsächliches Verbrechen war nicht der Diebstahl russischer Vermögenswerte für Pfennigbeträge in der Banditenära unter Jelzin. Sein wahres Verbrechen lag darin, dass er eine Schlüsselrolle in einer westlichen Geheimdienstoperation spielte, welche die Reste Russlands als funktionierender Staat zersetzen und zerstören sollte. Wenn man das weiß, ist die Strafe milde im Vergleich zu den Maßstäben, welche die USA oder Großbritannien bei verurteilten Hochverrätern anlegen. Obamas Foltergefängnis in Guantánamo ist nur ein Beispiel für die Doppelstandards in Washington.

In dem politisch korrekt zurechtgebogenen Eintrag in Wikipedia heißt es: “Der Ölkonzern Yukos war eine Erdölfirma in Russland, die bis 2003 von dem russischen Oligarchen Michail Chodorkowski geleitet wurde….Chodorkowski wurde verurteilt und ins Gefängnis geworfen…… Yukos war in der Zeit von 2000 – 2003 eine der größten und erfolgreichsten russischen Firmen. Im Jahre 2003 konfrontierte die russische Regierung Yukos im Gefolge einer Steuerprüfung mit Steuernachforderungen in Höhe von 27 Milliarden Dollar. Da zugleich die Vermögenswerte von Yukos durch die Regierung eingefroren wurden, konnte die Firma die geforderten Steuern nicht begleichen. Am 1. August 2006 erklärte ein russisches Gericht Yukos für zahlungsunfähig. Die meisten Vermögenswerte von Yukos wurden zu Niedrigpreisen an Ölfirmen verkauft, die dem russischen Staat gehörten. Der Europäische Parlamentarische Rat verurteilte Russlands Kampagne gegen Yukos und seine Eigentümer, weil sie aus politischen Gründen stattgefunden und gegen die Menschenrechte verstoßen hätte.”

 Wenn wir jedoch etwas tiefer graben, sieht der Fall ganz anders aus. Als Chodorkowski  im Oktober 2003 in Sibirien aus seinem privatem Flugzeug steigt, wird er verhaftet. Er wurde wegen Steuerhinterziehung verhaftet, wie in Wikipedia korrekt beschrieben. Was allerdings nicht gesagt wird, ist die Tatsache, dass er bereits im Alter von 40 Jahren dabei war, zum reichsten Mann Russlands aufzusteigen, und über ein Vermögen von 15 Milliarden verfügte, das er in der gesetzlosen Jelzin-Ära durch betrügerische Akquisitionen angehäuft hatte. Auf einer Auktion, die von seiner eigenen Bank durchgeführt wurde, zahlte Chodorkowski  für Yukos 309 Millionen Dollar. Im Jahre 2003 wurde der Wert derselben Firma  auf 45 Milliarden Dollar taxiert, was man nicht auf Chodorkowskis  geniales Management zurückführen kann.

Im Jahre 1998 wurde Chodorkowski  vor einem US-Gericht freigesprochen, bei dem er angeklagt wurde, Beihilfe zur Geldwäsche über 10 Millionen Dollar mithilfe seiner eigener Bank und der Bank of New York geleistet zu haben. Anscheinend hatte er sehr einflussreiche Freunde. Der damalige Chef der Republic National Bank of New York, Edmund Safra, wurde einige Monate später in seinem Apartment in Monaco gerüchteweise von Mitgliedern einer angeblichen “Russenmafia” ermordet, die er bei einer Drogengeldwäsche betrogen haben soll.

Aber es gibt noch mehr zu berichten. Chodorkowski baute sehr beeindruckende Verbindungen im Westen auf. Mit seinen Milliarden, die er letztendlich dem russischen Volk gestohlen hatte, gewann er einige mächtige Freunde. Er gründete nach dem Modell der Open Society-Stiftung des US-Milliardär George Soros die Open Russia Foundation. Als Vorstände berief er zwei mächtige Männer im Westen – Henry Kissinger und Jacob Lord Rothschild.

Anschließend entwickelte der Verbindungen mit einigen der einflussreichsten Zirkeln in Washington und wurde zum Beirat der verschwiegensten Beteiligungskapitalfirma, der Carlyle Group, berufen, wo er mit anderen Beiräten wie George H.W. Bush und James Baker III an Sitzungen des Gremiums teilnahm.

Aber das wahre Verbrechen, wegen dem Chodorkowski hinter russischen Gittern landete, war die Tatsache, dass er sich anschickte, eine US-gestützten Staatsstreich zu inszenieren, um die Präsidentschaft bei den russischen Duma-Wahlen von 2004 an sich zu reißen. Chodorkowski war gerade dabei, seinen enormen Reichtum zum Kauf von genügend Sitzen in den bevorstehenden Duma-Wahlen einzusetzen, um so die russischen Gesetze hinsichtlich der Eigentümerschaft von Öl im Untergrund und der Pipelines zu Transport desselben zu ändern. Darüber hinaus plante er, Putin direkt herauszufordern und russischer Präsident zu werden.

Als Teil des Kuhhandels, bei dem Putin die stillschweigende Unterstützung der sogenannten russischen Oligarchen gewann, hatte Putin ein Übereinkommen erarbeitet, das ihnen ihren Reichtum beließ, allerdings unter der Voraussetzung, dass sie einen Teil ihres Vermögens nach Russland zurückbrächten und sich nicht mit ihrem Geld in die russische Innenpolitik einmischten. Die meisten der Oligarchen waren damit einverstanden, damals auch  Chodorkowski. Sie blieben etablierte russische Geschäftsmänner. Nicht so Chodorkowski.

Zu der Zeit seiner Festnahme war Chodorkowski weiterhin via seinem Carlyle-Freund George H.W. Bush (Vater des damaligen Präsidenten George W. Bush) in Verhandlungen über 40 % der Yukos-Anteile entweder an frühere Firma von Condolezza Rice (Chevron) oder an Exxon Mobile. Dieser Schritt hätte dem einzigen Hebel ruiniert, der Russland und Putin noch geblieben war, um die zerstörte russische Volkswirtschaft wiederaufzubauen: Öl und Ölexporte in den Westen über staatseigene Pipelines gegen Dollars.

Während der folgenden staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen in Sachen Yukos kam zutage, dass Chodorkowski auch insgeheim einen Vertrag mit Londons Lord Rothschild unterschrieben hatte, der nicht nur davon handelte, die russische Kultur mit seiner Open Russia Foundation zu unterstützen. Im Falle seiner möglichen Verhaftung (Chodorkowski wusste offensichtlich, dass er mit seinem Versuch eines Staatsstreiches gegen Putin mit dem Feuer spielte) sollte sein 40 %-Anteil an Yukos in die Hände von Lord Rothschild wandern.

Die Krokodilstränen von Hillery Clinton und Barack Obama wegen der Verletzung der Menschenrechte von Chodorkowski verbergen eine viel tiefere Agenda, die niemand zugibt. Washington versuchte mithilfe des russischen Oligarchen, die einzige Macht auf Erden vollkommen zu vernichten, welche über genügend militärische Schlagkraft besitzt, der Strategie der “Full Spectrum Dominance” des Pentagons entgegenzutreten – der Kontrolle des gesamten Planeten.

Wenn man das Ganze unter diesem Licht betrachtet, bekommen die süßen Worte über die “Menschenrechte” eine ganz andere Bedeutung.
Quellen:

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