Bevölkerung Saudi-Arabiens wütend über Milliardengeschenk des Königs

Die Spannungen steigen, während der neue Saudi-Prinz die Führung übernimmt
Thierry Meyssan: Saudi-Arabien vor dem Zusammenbruch
Schauplätze saudischer Unruhen in den letzten Monaten

Saudi-Arabien wütend über Milliardengeschenk des Königs an Saad Hariri

Das Geschenk des saudischen Königs an Saad Hariri im Wert von 4 Milliarden US-Dollar hat für den Zorn der Bürger in Saudi-Arabien gesorgt.

Saad Hariri, der frühere Ministerpräsident des Libanons, ist in die Unruhen im Nordlibanon verwickelt und schickt den Terroristen in Syrien mit Hilfe einiger arabischen Staaten Waffen.
Laut dem Fernsehsender al-Alam bezeichneten die saudischen Bürger am gestrigen Sonntag in den Sozialnetzwerken im Internet in einer Reaktion auf diese Nachricht das Geschenk an Saad Hariri als einen Diebstahl der Gelder der Waisenkinder und kritisierten die saudischen Funktionsträger wegen des Raubes der öffentlichen Gelder und das Verschenken dieser an andere.
Auch die libanesische Zeitung al-Akhbar berichtete, dass derartige Geschenke zu einer Zeit gemacht werden, wo die Arbeitslosenrate und Armut in Saudi-Arabien steigt und überall von Korruption in Ämtern und Behörden gesprochen wird.”[1]

Dies geschieht vor dem Hintergrund zunehmender Unruhen in Saudi-Arabien.

Nach Feststellungen des saudischen Journalisten Khaled al-Harbi nimmt das Königreich jährlich mehr als 400 Milliarden Dollar ein. Die Einnahmen schwanken mit den Ölpreisen. Das Jahreseinkommen eines saudischen Normalbürgers beträgt im Durchschnitt 400 Dollar. Nach Aussage Al-Harbis leben 60 Prozent der Bevölkerung in Armut.

Die Bewohner des Königreichs sind größtenteils Sunniten. Die schiitische Minderheit wird ausgegrenzt und verfolgt. Deshalb bestehen besonders in den östlichen Provinzen tief eingewurzelte soziale Spannungen. Ausgerechnet dort befinden sich aber 90 Prozent der bekannten Ölreserven.

Ständig kommt es zu schweren Menschenrechtsverletzungen; neben der extremen Ungerechtigkeit sind vor allem willkürliche Verhaftungen, Isolationshaft, Folter und andere körperliche Misshandlungen wie öffentliche Auspeitschungen und Hinrichtungen zu nennen. Das saudische Königreich ist geprägt durch einen radikalen sunnitischen Wahhabismus, durch Korruption, Mangel an Transparenz, Gewalt gegen Frauen, Menschenhandel und Unfreiheit.

Weil die Kombination aus Armut, monarchischen Privilegien und Despotismus viel Zündstoff birgt, kommt es immer wieder zu Protesten. Ausgehend von Qatif, breiten sie sich neuerdings auch in andere Landesteile aus. Besonders viele Proteste gab es im März, als der angesehene Prediger Scheich Tawfiq al-Amer verhaftet und eingesperrt wurde, weil er eine konstitutionelle Monarchie gefordert hatte. Die Sicherheitskräfte reagierten brutal. Damals äußerte der politische Analyst Mohamed al-Massari gegenüber (dem iranischen Fernsehsender) Press-TV, starke Gegenkräfte seien entschlossen, sich der staatlichen Repression zu widersetzen. “Es gibt genügend Menschen, die bereit sind, ihre Ehre mit Waffen zu verteidigen,” äußerte er. “Bald werden Tausende auf den Straßen sein.”

Da das saudische Königshaus immer mehr zu einem Kartenhaus wird, sind die Mitglieder der Königsfamilie sehr besorgt. Sie haben auch allen Grund dazu. Nach den Protesten, zu denen es im Winter 2011 in Bahrain kam, (s. hier) griffen die Unruhen auch auf die östlichen Provinzen des Königreichs über. Obwohl die Sicherheitskräfte mit “eiserner Faust” dagegen vorgingen, haben die Proteste bis heute angehalten und breiten sich weiter aus.

Sie griffen nicht nur auf die Heilige Stadt Medina über, sondern auch auf Jeddah, Ar’ar und Abha. Sogar in der saudischen Hauptstadt Riad kommt es immer wieder zu größeren Demonstrationen. Die Korrespondenten der westlichen Medien verschweigen, was eigentlich in Saudi-Arabien vorgeht.

Für die aus Ölverkäufen erlösten Dollars kauft Saudi-Arabien US-Waffen, US-Staatsanleihen oder investiert sie in den USA. Deshalb werden die Beziehungen der US-Regierung zum saudischen Königshaus auch so gepflegt, und deshalb wird dessen despotische Zwangsherrschaft immer wieder beschönigt. [2]

Die Königsbrut in Saudi-Arabien soll sich jedoch in Acht nehmen: Die Neocons in Washington planen, nach Syrien und den Iran auch Saudi-Arabien zu balkanisieren. Damit käme der Ölfluss aus dieser Region zum Erliegen und der Ölpreis würde – wie von den Oligarchen gewünscht – explodieren.[3]

[1] http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/210120-saudi-araber-wuetend-ueber-das-milliardengeschenk-des-saudischen-koenigs-an-saad-hariri

[2] https://po.neopresse.com/terror/es-brodelt-im-saudischen-feudalstaat/

[3] http://www.crash-news.com/2012/08/09/insider-warnt-crash-wird-ausgeloest-durch-fed-zinserhoehung-noch-in-2012/



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