Blockiert die Türkei den Bosporus für russische Schiffe?

Erdoğan - Gefahr für Europa und die Türkei
Erdoğan - Gefahr für Europa und die Türkei

Die Türkei hat mit einer de facto-Blockade russischer Marineschiffe begonnen und verhindert damit deren Durchfahrt durch die Dardanellen und den Bosporus zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer.  Laut dem AIS-Schiffspositionssystem verkehren nur türkische Schiffe im Borporus; in den Dardanellen gibt es momentan überhaupt keine Schiffsbewegungen. Zugleich kann man im Schwarzen Meer und im Mittelmeer jeweils eine kleine Ansammlung von Schiffen unter russischer Flagge sehen, deren Position sich nicht ändert.

Weiterhin gibt es keine Schiffsbewegungen auf dem Schwarzen Meer von den russischen Häfen aus in Richtung Bosporus. Das würde indirekt die Behauptungen von CNN bestätigen, dass die Türkei eine Blockade russischer Schiffe durch den Bosporus und die Dardanellen durchführt.

Das ergibt eine hochbrisante Situation, denn eine Blockade der Seewege durch die türkischen Meeresengen würde den russischen Nachschub für die großen Mengen an Munition und Rüstungsgüter, welche die syrische Armee im Kampf gegen die Terrorbanden der Internationalen Organisierten Kriminalität benötigt, weitgehend unterbinden. Zudem könnte die russische Schwarzmeerflotte weder in ihre Heimathäfen zurückkehren noch diese in Richtung Mittelmeer verlassen.

Dardanellen, Marmarameer und Bosporus stellen die Verbindung zwischen Ägäis und Schwarzem Meer dar
Dardanellen, Marmarameer und Bosporus stellen die Verbindung zwischen Ägäis und Schwarzem Meer dar

Eine Blockade russischer Schiffe wäre ein Verstoß gegen den Vertrag von Montreux, aber der wahnsinnige Muslimbruder von Ankar, scheint vor nichts zurückzuschrecken, nachdem er – wohl mit Rückendeckung der Neocons im State Department, im Pentagon und in der NATO – letzte Woche eine russische Su-24 abschießen ließ.

Der Vertrag von Montreux (auch Meerengen-Abkommen) vom 20. Juli 1936 gab der Türkei die volle Souveränität über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus zurück. Er ist noch heute in Kraft und regelt den freien Schiffsverkehr durch diese Gewässer.

Die Meerengen gelten als internationaler Schifffahrtsweg, gemäß Artikel 2 genießen Handelsschiffe, unbesehen ihrer Ladung oder Flagge, während Friedenszeiten die freie Durchfahrt. Die türkischen Behörden können nur sanitäre oder Sicherheitskontrollen durchführen und Gebühren erheben, aber nicht die Passage verbieten. In Kriegszeiten dürfen alle Handelsschiffe der Staaten passieren, die nicht mit der Türkei im Krieg stehen, dürfen aber einem Feind der Türkei keine Hilfe leisten.

Für Kriegsschiffe gelten besondere Regeln. In Friedenszeiten muss der Türkei die Durchfahrt eines Kriegsschiffes auf diplomatischem Wege vorher mitgeteilt werden, in der Regel acht Tage zuvor. Kriegsschiffe von Staaten, die nicht zu den Anrainern des Schwarzen Meeres gehören, dürfen sich nicht länger als 21 Tage im Schwarzen Meer aufhalten. Die Tonnage von Kriegsschiffen der Nichtanrainer-Staaten, welche gleichzeitig durch die Meerengen fahren, dürfen 15.000 Tonnen nicht überschreiten (Artikel 11 und 14). Weiterhin dürfen Überwasser-Kriegsschiffe mit mehr als 10.000 ts Verdrängung und U-Boote von Staaten, die nicht zu den Anrainern des Schwarzen Meeres gehören, sowie Flugzeugträger generell die Meerenge nicht passieren. Befindet sich die Türkei in einem Krieg, so stellt das Abkommen die Durchfahrt von Kriegsschiffen völlig in das Ermessen der türkischen Regierung.

Die Türkei hat sich noch nicht darüber geäußert, ob sie die russischen Marineschiffe blockiert, weil sie sich “durch eine Aggression bedroht fühlt” oder ob sich die Türkei “als im Krieg befindlich” ansieht.………

Quelle:

http://www.infowars.com/turkey-blockades-russian-shipping-black-sea-fleet-completely-cut-off/

https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Montreux

 

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13 Kommentare

  1. The closing of the Bosphorus Straits by Turkey would constitute an Act of War directed against the Russian Federation

    A recent report by Sputnik states that in this regard:

    In times of war, the passage of warships shall be left entirely to the discretion of the Turkish government, according to the document.

    From a legal perspective, Turkey has no legal grounds to create obstacles for Russian vessels carrying cargo, including military cargo, Russian lawyer Vladimir Morkovkin told RBK. Turkey can ban non-friendly vessels from navigating through the Straits only if at war, the expert explained.

    After World War II, Ankara made several efforts to gradually strengthen its control over the Straits. In 1982, Turkey tried to unilaterally expand the regime of the Istanbul port over the entire area of the Straits. The decision was harshly criticized by neighboring countries, and Turkey stepped back.

    http://sputniknews.com/politics/20151126/1030827768/turkey-russia-bosporus-strait.html#ixzz3t61VcKve

    We are at very dangerous crossroads. Russia’s maritime access to the Mediterranean is largely controlled by NATO countries and their allies (i.e. 1. Bosphorus and Dardanelles; 2. Suez canal, 3. Strait of Gibraltar)

    GR Editor, Michel Chossudovsky, December 1, 2015) …

    http://www.globalresearch.ca/turkeys-blockade-of-russian-naval-vessels-access-to-the-mediterranean-russias-black-sea-fleet-completely-cut-off/5492688

    • Ne, Schronzi,

      der rennt mit einem Benzinkanister durch die Gegend und in der anderen Hand ein Feuerzeug.

      Das ist kurz vor Peng hier, wir planen bereits die Rückkehr (hoffentlich ohne Gummiboot und Schwimmweste;-)). Ich denke, spätestens im Frühsommer nächstes Jahr werden wir hier “Bombenstimmung” haben, wenn sich Putin provozieren lässt. Wenn nicht, dann passierts im Herbst.

      So wie ich das sehe, ist das Alles Teil vom Greater Middle East Plan. Was mich am meisten ärgert:

      Unsere Schlafschafe hier haben den und seine Partei auch noch gewählt!

      Derzeit gehts dem wohl auch darum, die Ultrarechten auf seine Seite zu bekommen, abgeblich stellt er sich auf die Seite der Turkmenen, die angeblich in dem Gebiet sind, das Russland derzeit bombardiert. Nur: Nach Aussage diverser bekannter Türkmenen sind die bereits entweder in Damaskus (weil die meisten Turkmenmen für Asad sind) oder sie sind zu Verwandten in die Türkei bzw. in den Irak geflohen. Die Turkmenen, die noch vor Ort sind, die sind nach Aussage von z.B. Hüsnü Mahalli (muss mal gucken, obns von dem auch was auf Deutsch gibt, wenn nicht, könnte man den ja auch mal übersetzen, ist so was wie der Elsässer, nur auf Türkisch-Syrisch)

      Der Typ will wohl erreichen, daß er die nötige Stimmeanzahl bekommt, um eine Präsidialdemokratur einzuführen und das ohne Referendum. Wenn er nur die Stimmen der AKP bekäme, würde dem das nicht reichen. Bekommt er die Stimmen der MHP, dann reichts ihm.

      Über die Lastwägen, die zu den angeblichen Türkmenen Waff…äh Hilfsgüter gefahren haben im Januar 2014 schrieben bereits mehrerre Journalisten, unter anderem auch Can Dündar von der Czumhuriyet und sein Kollege aus Ankara, Erdem Gül, die seit einigen Tagen billig auf Staatskosten leben dürfen: In Silivri :-(

      Dazu kommt, daß nach dem Anschlag in Ankara der Monisterpräsident Davutoglu eine ganz traurige Ansprache gehalten hat, wo er sich über die “Undankbarkeit” des Isid beschwert……..

      Leute, ich wünschte, ich hätte mehr Zeit um zu schreiben. Hier passiert jeden Tag so viel, es gibt viel Spekulatius (spekulieren darf man teilweise noch….)

      Aber die Scheisse, die da mit Russland angezettelt wurde, die kann man nicht mehr unter “Shit happens” abheften, das dürfte noch weitergehen. Hoffe nur, daß sich Putin zumindest mit Asadabspricht, weil sonstr brennt nichtnur in dieser Region hier der Boden, das würde sich definitiv ausweiten dann.

      • @noww3
        Danke dir für deine Infos!
        Aber bitte ergänze doch noch den Satz;
        “Die Turkmenen, die noch vor Ort sind, die sind nach Aussage von ….”
        Was ist mit denen???

        Bin eben von Natur aus neugierig ;)

        • Hallo Suresi,

          welche Türkmenen meinst Du denn da? Die, die bereits seit langem in der Türkei sind? Oder die, die bereiist seit langem in die Gebiete abgewandert sind,m die Asad kontrolliert?

          Oder meinst Du die Handvoll Typen, die sich entweder der Nusra Front angeschlossen haben oder dem Isid oder anderen radikalen Islamistengruppen, diue in dem Gebiet ihr Unwesen treiben. Kennst Du Hüsnü Mahalli? Der kann Dir da mehr darüber sagenb…… Der ist halb Syrer und halb Türkmene, der weiss da bestens Bescheid drüber. Heute um 21 Uhr bei Halk TV wird das sicherlich wieder thematisiert. (In Deutschland wäre das 20 Uhr) Die Sendung heisst “Maniki Dünya” und ist eine der besten Senungen, dei das TR Fernehen derzeit zu bieten hat.

          Heute morgen bei Medya Mahallesi hat übrigens auch einer gemeint (Den Namen habe ich leider vergessen), daß die gerne vorgeführten “geretteten” Türkmenen gefaked sind.

          Wenn diese “Regierung” Interesse an den Turkmenen gehabt hätte (den echten meine ich), dann hätten die bereits geotzt, als der Isid die Menschen in Tel Abyad abgemetzelt hat. Denen gehts jetzt meiner Meinung nach um etwas ganz anderes:

          Nämlich die Hand voll Stimmen von Nationalisten, die sie brauchen, um das Präsidialsystem durchzusetzen. Und da kann man mit diesen (angebilchen?) Türkmenen bestens punkten. Kannst Du türkisch? Dann hab ich hier was über das Thema:

          http://www.cumhuriyet.com.tr/haber/siyaset/300385/_AKP_gitsin_1_ayda_duzelir_.html#

          • Danke für die Antwort NoWW3!
            Ist immer interessant was aus “einheimischer” Sicht zu hören!
            Ich bin anderer Nationalität und spreche daher kein türkisch leider!
            Auch sonst kann ich nicht gross politisch mitreden, aber das schliesst nicht aus das mich solche Themen interessieren und ich mich darüber informiere.
            :)

            • ok :-)

              Dachte wegen Deines Nicks *schäm” weil der würde auf türkisch (unvollständig) Sure bedeuten, wobei allerdings dann der Name fehlt. Z.B. Bakara Suresi (Bakara Sure)

              Schade, daß es die Sendung der beiden Genannten nicht mit Untertiteln gibt. Zum Übersetzen bin ich leider zu faul (wäre jedes Mal ca. 90 Minuten)

              Und schön, daß es Dich interessiert :-)

        • Ergänzung des Satzes:

          …..entweder in sichere Gebiete abgewandert, oder zu den diversen “Oppositions”gruppen wie Isid und Co. abgewandert. Die freie syrische Armee im Sinne von säkularen Kräften scheiont nicht mehr zu exiustieren, die sind ebenfalls entweder wieder zurück nach Damaskus oder haben sich auch radikaleren Gruppen angeschlossen, wie es aussieht. Berichtet auch nicht nur Hüsnü Mahalli.

        • Wegen der Wahl:

          Wir haben an dem Tag in Vorfreude darauf, daß die Leute endlich zur Vernunft kommen und die Oppositionspatei wählen ein feines Steak gebastelt und setzten uns an den Tisch um jenes mit einbem feinen Roten runterzuspülen, als uns innerhalb der ersten Minuten bereits das Gesicht auf den Teller fiel. Nach einigen Minuten mehr stand das “Wahlergebnis” bereits fest.

          Schade um das schöbne Steak und um den Roten. Naja, wir hatten länger was davon, weil uns jeder einzelne Bissern minutenlang im Halse stecken geblieben ist :-(

          Um die Wahl selber ranken sich wilde Geschichten, die Du sicherlich auch schon alle kennst. Bereits das Vorspiel (Terror und Co.) war sehr interessant.

  2. Am vergangenen Sonntag hat der russische Präsident Wladimir Putin die Verlegung von 150 000 russischen Soldaten und entsprechender militärischer Ausrüstung nach Syrien angeordnet. Zugleich hatte er die russische Grenze in der Nähe von Armenien, das wiederum an die Türkei grenzt, mit 7000 Soldaten, Panzern, Raketenwerfern und Artillerie verstärkt und »volle Kampfbereitschaft« angeordnet.

    Die Türkei ist ebenso wie die USA und der Großteil der europäischen Länder Vollmitglied der NATO und

    die Türkei ist mit dem vorsätzlichen Abschuss einer russischen Militärmaschine in der vergangenen Woche als Erste gegen Russland aggressiv vorgegangen.

    Die Türkei hat es der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ermöglicht, das Erdöl, das diese aus den von ihr eroberten Gebieten gestohlen hat, zu verkaufen. Das Erdöl wird von den Förderstätten in den Ländern, in denen der IS in einigen Regionen gewaltsam die Macht an sich gerissen hat, per Tanklastwagen in die Türkei gebracht und dort zu einem niedrigen Preis auf dem Schwarzmarkt verkauft.

    Aus diesen Schwarzmarktverkäufen fließen dem IS täglich mehr als eine Million Dollar Einnahmen zu. Mit dem Geld kann er dann Waffen und Ausrüstung für seine anhaltenden Terroraktivitäten bezahlen. Nur ein Idiot könnte davon ausgehen, dass dies alles über die Türkei abgewickelt wird, ohne dass einige türkische Regierungsvertreter ihre Taschen mit dem Geld aus den illegalen Erdölverkäufen füllen.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/redaktion/tuerkei-verweigert-russischen-schiffen-die-durchfahrt-durch-den-bosporus.html

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