Buchbesprechung “Der NSU-VS-Komplex” von Wolf Wetzel — 4.11.13

Veröffentlicht am 04.11.2013; übernommen von: Radio Z, Nürnberg 95,8 MHz; Creative-Commons
Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt, Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.

13 Jahre blieb der Nationalsozialistische Untergrund/NSU unentdeckt. Neun Morde wurden begangen, neun Mal verschoben die Behörden verschiedener Bundesländer die Mordhintergründe ins ausländische Milieu . Neun Mal will man keine heiße Spur gehabt haben. Dennoch legte man alle neun Morde in die Blutspur des organisierten Verbrechens.

Nachdem die Existenz der NSU nicht mehr zu leugnen war, reihte sich eine Panne an die andere. Dass in allen Behörden Beweise verschwinden, Akten verheimlicht, Falschaussagen gemacht, ganze Aktenberge geschreddert werden, beweist, dass weder Behördenwirrwar noch Kommunikationschaos herrsch(t)en, sondern der gemeinsame Wille, unter allen Umständen zu verhindern, dass etwas ans Licht kommt, was den bisherigen Erklärungen widersprechen würde.

Ab wie vielen Pannen muss man von einem System sprechen? Wenn über zwei Dutzend V-Männer hervorragende Kontakte zur neonazistischen Organisation Thüringer Heimatschutz und zu den späteren Mitgliedern des NSU hatten, waren staatliche Stellen nicht etwa auf dem rechten Auge blind , sondern ließen sehenden Auges zu, dass über sieben Jahre hinweg neun Morde begangen werden konnten. Eine Spurensuche.

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