Der kleine Kern entscheidet: Wikipedia Deutschland in der Hand weniger?

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Wikipedia, die freie Enzyklopädie, hat in Deutschland am Donnerstag aus Protest gegen die Upload-Filter-Regelung der EU die Seite abgeschaltet. Für einen Tag „nur“, aber dies dürfte nach den typischen Erfahrungen mehrere Millionen Menschen ausgeschlossen haben. Nur berichtet die „Welt“ darüber, dass lediglich ein kleiner Teil der Autoren über diesen „Blackout“ entschieden haben.

139 Menschen für die Abschaltung

Die Abschaltung wurde durch eine Abstimmung herbeigeführt. Gezählt wurden 139 Menschen, die für eine solche Abschaffung stimmten. 28 abstimmungsberechtigte Autoren haben demgegenüber dafür gestimmt, die Seite mit einem Protestbanner zu belegen. Die „Welt“ wirft nun die Frage auf, warum so wenig Menschen die Entscheidung herbeiführen konnten.

Schließlich schreiben für Wikipedia unendlich viel mehr Menschen als die insgesamt 167 Autoren, die hier zutage traten. Wenige Menschen scheinen sich hier betätigen zu können. Insgesamt hat der Protest bei zahlreichen Mitgliedern der Gemeinde offenbar Proteste ausgelöst. „Wer sich politisch betätigen will, möge das bitte draußen tun, nicht hier“, hieß es beispielsweise. Somit wird ein im Kern lange schwelendes Problem aufgegriffen: Ist Wikipedia ein Sammelsurium gut recherchierter, fachlich belegter Beiträge oder ein Organ, das bestimmten Interessen dient. Der Verdacht, hinter Wikipedia verberge sich ein Kern von Organisationen und Menschen, die gezielt bestimmte Informationen verbreiteten oder wie hier Wikipedia für bestimmte Zwecke benutzten, steht immer wieder im Raum. Erschwerend kommt dazu, dass Wikipedia von der Urheberrechtsdebatte nicht betroffen wäre.

Bei den Beiträgen werden die Urheberschutzrechte, die inkriminiert werden könnten, nicht betroffen sein. Umso erstaunlicher, dass eine kleine Menge an Nutzern einen großen, Millionen Menschen betreffenden Protest erzeugen kann.

Überhaupt ist die Debatte um die Urheberrechtsreform inzwischen auch bei Internet-Giganten-Kritikern durchaus umkämpft. So hat ein „prominenter Kritiker“, Jaron Lanier, laut „Zeit“ behauptet, die Gegner der Reform spielten den Internet-Giganten in die Hände. Die Konzerne würden immer reicher werden. Und „progressive Europäer“ fänden das gut. Nur die?

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