Der »Plan B« – eine »hochspekulative Anlage«?

Markus Bechtel

In gesellschaftlichen Krisenzeiten schießen politische und religiöse Sondergruppierungen wie Pilze aus dem Boden. Diesen ist eines gemeinsam: ihre größtenteils berechtigte Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen. Aus diesen gesellschaftlichen Zuständen werden dann aber meist utopische Heilslehren abgeleitet. Diese modernen Heilslehren sind bei näherer Betrachtung meist auf den revolutionären Marxismus zurückzuführen. Die zweifellos vorhandenen wirtschaftspolitischen Fehlsteuerungen können jedoch nicht revolutionär, sondern nur evolutionär behoben werden.

Der »Plan B« der »Wissensmanufaktur«

In jüngster Zeit wird wieder einmal die Forderung nach einem rechtsgrundlosen Einkommen erhoben. Der »Plan B« der »Wissensmanufaktur« besteht dabei aus vier Säulen: Das »fließende

Geld« und ein »soziales Bodenrecht« sollen ein »bedingungsloses Grundeinkommen« finanzieren. Daneben soll eine »freie Presse« gewährleistet werden. Eine freie Presse ist für ein freiheitliches Gemeinwesen so selbstverständlich, dass dies hier nicht weiter zu diskutiert werden braucht.

Allerdings ist auch ein »bedingungsloses Einkommen« nicht rechtsgrundlos. Dabei wird die Urschuld eines Menschen (Trinken, Essen, Kleidung, Wohnung) durch eine Verbindlichkeit gegen die Gesellschaft ersetzt. Diese Verbindlichkeit muss der Einzelne durch Steuern und sonstige Abgaben an das Kollektiv dann letztlich doch wieder selbst tragen. Letztlich wird dadurch der Zwang, für sich selbst sorgen zu müssen, durch den Zwang, für das Kollektiv sorgen zu müssen, ersetzt. Bei Schulen, Krankenhäusern und anderen großen Infrastrukturprojekten mag das ja noch angehen. Bei der Grundversorgung bedeutet das jedoch den Verlust jeglicher Freiheit. Der Einzelne wird im Zweifel selbst besser wissen, was er braucht und wie er dafür zu sorgen hat.

Das »Zinssystem«

Hauptkritikpunkt der »Wissensmanufaktur« ist das so genannte »Zinssystem«. Hierbei bleibt allerdings unklar, was mit »dem Zinssystem« gemeint ist.

Es gibt zum einen den linearen Zins, wie wir ihn von Auto- und Wohnungsvermietungen her kennen. Früher sprach man hier noch vom Mietzins. Es handelt sich dabei um eine entgeltliche Entschädigung für die Nutzungsüberlassung, die wirtschaftliche Abschreibung und das Insolvenzrisiko des Schuldners.

Demgegenüber gibt es den so genannten Zinseszins. Der Gegensatz zum linearen Zins wird bei einem endfälligen Darlehen deutlich. Dabei erfolgt die Tilgung am Ende der Nutzungsüberlassung. Bei einem zehnjährigen Darlehen von 1.000 Euro mit zehn Prozent linearen Zinsen zahlt der Schuldner am Ende 1.000 Euro für die Tilgung des Darlehens und 1.000 Euro Zinsen. Bei einem Zinseszinsdarlehen zahlt der Schuldner am Ende auch 1.000 Euro für die Tilgung des Darlehens. Die Nutzungsentschädigung beträgt jedoch hier wegen des exponenziellen Zinseszinseffektes stattliche 1.594 Euro Zinsen. Der exponenzielle Zinseszins führt jedoch zu einer exponenziell wachsenden Geldmenge. Die Realwirtschaft kann diesem Geldmengenwachstum auf Dauer nicht standhalten und wird daher irgendwann zusammenbrechen.

Wenn also die »Wissensmanufaktur« das Zinseszins-System abschaffen will, dann bedarf es dazu allerdings keines neuen Geldsystems. Dazu müsste lediglich der § 248 Abs. 2 BGB aus dem Gesetz gestrichen werden.

Will man dagegen auch den linearen Zins abschaffen, dann entzieht man dadurch jeglichem freiheitlichen Wirtschaften die Grundlage. Die Nutzung von Kapital (Kapitalismus) ist nun einmal die Grundlage eines arbeitsteiligen Wirtschaftens. Die private Nutzung von Kapital abzuschaffen ist gleichbedeutend mit der Rückkehr zu einem Sozialismus…..

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http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/markus-bechtel/der-plan-b-eine-hochspekulative-anlage-.html

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Bernd Senf
Zinssystem und Staatsbankrott

Zins und Zinseszins als Ursache der Wirtschaftskrise

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Bernd Senf zählt zu den prominentesten deutschen Kritikern des bestehenden Finanzsystems. Er gehört zu den wenigen, die die derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise frühzeitig und detailliert vorhergesehen und richtig beschrieben haben. In diesem spannenden und tiefschürfenden Vortrag zeigt er auf, wo ein aus dem Nichts und durch Schulden geschöpftes Geld hinführt: in ein sich immer schneller beschleunigendes exponentielles Wachstum. »Exponentielles Wachstum kennen wir in anderen Zusammenhängen als Krebs. Da ist es das Wachstum eines Tumors in einem nicht mehr entsprechend wachsenden Organismus. Auf einer solchen Grundlage beruht das bestehende Geldsystem.«

Vom exponentiellen Wahnsinn des Geldsystems

Bernd Senfs disziplinübergreifende Analyse ist bestechend. Zwischen dem Fließen des Geldes im sozialen Organismus einer Wirtschaft und dem Fließen der Lebensenergie im Organismus eines Menschen sieht Bernd Senf erstaunliche funktionelle Übereinstimmung: Die Blockierung des Fließprozesses macht den betreffenden Organismus krank und destruktiv. Aus dieser Erkenntnis leitet er die Folgerung ab: Die Lösung der Blockierung ist die Lösung.
Was dies in Bezug auf den Geldfluss bedeutet, warum der Zins ein destruktives Mittel zur Sicherung des Geldumlaufs ist und welche grundlegenden Veränderungen des Geldsystems erforderlich sind, um die von ihm hervorgebrachten Krisen zu vermeiden, erfahren Sie auf dieser DVD.

Bernd Senf zeigt Alternativen auf und weist auf Modelle einer zinsfreien Wirtschaft hin, die es in der Vergangenheit gab, die erfolgreich funktionierten – und schließlich von Politik und Großkapital wieder vernichtet wurden.
DVD, 165 Min

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