Donald Trump behauptet seine Autorität über seine Verbündeten

Der Machtkampf in Washington spitzt sich zu

Lassen Sie sich nicht durch die diplomatischen Spiele und den Konformismus der Mainstream-Medien täuschen. Was heute Morgen in Syrien passiert ist, hat nichts mit der Präsentation zu tun, die Ihnen gegeben wurde, noch mit den daraus gezogenen Schlussfolgerungen.

von Thierry Meyssan

Diesen Morgen hätten die Vereinigten Staaten angeblich 59 Marschflugkörper vom Mittelmeer aus abgefeuert, um die syrische Luftwaffenbasis von Sha’irat zu zerstören. Es wäre eine einseitige Aktion, die einen Angriff mit chemischen Waffen sanktionieren sollte, den sie der syrischen arabischen Armee zuschreiben.

Erstaunt über das Ausmaß des amerikanischen Vorgehens, schließen alle Kommentatoren auf eine 180°-Wende der Trump-Verwaltung in der Syrienfrage. Das Weiße Haus soll endlich den Standpunkt der US-Opposition und seiner britischen und französischen Verbündeten eingenommen haben.

Wirklich?

Die Wirklichkeit entspricht nicht der veröffentlichten Geschichte

Amerikanische Marschflugzeuge haben ungehindert den durch die neue russische Waffe kontrollierten Bereich durchflogen, welche Waffe doch ermöglicht, die Kommunikationen und Befehle der NATO zunichte zu machen. Laut General Philip Breedlove, damals Oberbefehlshaber der NATO, soll diese Waffe Russland ermöglichen, die Vereinigten Staaten in der konventionellen Kriegsführung zu übertreffen. Sie hätte die Leitsysteme dieser Raketen stören können. Sie tat es aber nicht, entweder weil das Pentagon inzwischen eine technische Antwort gefunden hat, oder weil sie durch Russland abgeschaltet wurde.

Die syrische Luftabwehr umfasst die von der syrischen arabischen Armee kontrollierten S-300 Boden-Luftabwehr-Raketen und die S-400, die durch die russische Armee bedient werden. Diese Waffen sollen Marschflugkörper abfangen können, obwohl diese Situation noch nie im Kampf stattgefunden hat. Es handelt sich natürlich um automatische Waffen. Sie haben auch nicht funktioniert. Keine einzige Anti-Raketen-Rakete wurde weder durch die russische Armee noch durch die syrische Armee abgeschossen.

Als die US-Marschflugkörper ihr Ziel getroffen haben, fanden sie eine fast leere Militärbasis, die gerade evakuiert worden war. Sie hätten also die asphaltierte Laufbahn, die schon lange ausrangierten Radare und Flugzeuge und Hangars und Häuser zerstört. Sie haben aber ein Dutzend Opfer gefordert, von denen 6 verstorben sind.

Während kein einziger Marschflugkörper offiziell verloren oder zerstört wurde, schlugen jedoch nur 23 und nicht 59 in die Basis von Sha’irat ein.

Was bedeutet diese Inszenierung?

Präsident Trump versucht seit seinem Einzug ins Weiße Haus die Politik seines Landes zu ändern, und die laufenden Auseinandersetzungen durch Formen der Zusammenarbeit zu ersetzen. Zur Frage des “Erweiterten Nahostens” nahm er Stellung für die “Zerstörung” der Dschihad-Organisationen (und nicht für ihre “Schwächung”, wie es sein Vorgänger versprach).

In den letzten Tagen hat er die Legitimität der Arabischen Republik Syrien anerkannt und somit die Fortsetzung im Amt des demokratisch gewählten Präsidenten Baschar Al-Assad. Er empfing den ägyptischen Präsidenten, Feldmarschall Abdel Fattah al-Sissi, verbündet mit Syrien, und gratulierte ihm für seinen Kampf gegen die Dschihadisten. Er hat auch einen direkten Kommunikationskanal zwischen Washington und Damaskus eingerichtet.

Wie auch immer, das Problem des Präsidenten Trump war, seine Verbündeten zu überzeugen, seine Politik zu implementieren, unabhängig von ihren Investitionen, die Syrisch-Arabische Republik zu stürzen.

Es ist sicherlich möglich, dass Präsident Trump beim bloßen Anblick eines Videos von YouTube in drei Tagen eine Wende von 180° gemacht hat, aber es ist wahrscheinlicher, dass die Militäraktionen von heute Morgen Teil der Logik seiner früheren diplomatischen Handlung sind.

Durch diesen Angriff befriedigte Präsident Trump seine Opposition, die sich nach der Operation gegen ihn nicht auflehnen können wird. Hillary Clinton forderte gestern, als Reaktion auf den angeblichen Chemiewaffen-Einsatz, Syrien zu bombardieren.

Donald Trump befahl den Abschuss von Marschflugkörpern auf eine fast leere Militärbasis, nachdem er die ganze Welt, einschließlich Russland und Syrien darüber informiert hatte.

Mit dem Verzicht von Damaskus auf diese Basis und das Leben von einigen Männern gewann er die Autorität, um eine breite Aktion gegen all jene zu führen, die chemische Waffen einsetzen. Also bislang sind die einzigen Benutzer dieser Waffen, die von den Vereinten Nationen identifiziert wurden: die Dschihadisten.

Daesh, das auch von dem US-Angriff informiert wurde (aber durch die britischen, französischen und deutschen Sponsoren), startete sofort einen Angriff auf Homs, das ja nun keinen Flugplatz mehr hat.

Wir werden in den nächsten Tagen sehen, wie Washington und seine Verbündeten auf den Vormarsch der Dschihadisten reagieren werden. Erst dann werden wir wissen, ob das Manöver von Donald Trump und die Wette von Wladimir Putin und Baschar Al-Assad aufgehen.

Übersetzung:  Horst Frohlich

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8 Kommentare

  1. Niemand stellte die Frage, warum nur 23 der Tommahawks das Ziel erreicht haben. Waren russische elektromagnetische Ablenkungsmanöver im Spiel? Trump ist alles, aber kein Schachspieler im Gegensatz zu Putin. Allerdings: Putin will aus Syrien raus und gleichzeitig das Land neu ordnen. Gibt es einen Unterschied in den Positionen in der Kurdenfrage in Syrien?

    Das andere Problem ist, nur weil Trump den CIA umging, ist der CIA nicht weg vom Fenster.
    Dabei ist gemäss Gordon Duff nicht zu vergessen, dass der CIA selbst eine Quelle von Unsicherheiten ist.Welche Rolle spielt der britische Geheimdienst GCHQ ? Ist er der wirklich mächtige Geheimdienst? und ist Nordkorea, historisch betrachtet, nicht auch eine britische Angelegenheit, also der City of London, deren Hauptziel es ist, Konflikte nicht zu lösen, sondern am Köchern zu halten.

    Trump hat seine USA eigenen Gegner, deren Puppe vielleicht bisher Nordkorea war, vorgeführt, weil große Teile des CIA selber Puppen vom britischen GCHQ waren? Räumt er jetzt mit diesem Puppenspiel auf? Erster Hinweis dazu hätte die Flagge Angelegenheit sein können. Haben wir diese Frage alle vergessen?

    Frage über Fragen, aber keine eindeutigen Antworten!!! Wer sagt er hätte definitive Erklärungen über das, was ab läuft, könnte sich überschätzen. Könnte Gordon Duff abgeschaltet worden sein, weil er von Trumps Internen Gegner aus den Geheimdiensten gerade jetzt brisante Infos erhalten könnte? Gordon Duff ist in diesem Zeitpunkt gefährlicher als je zuvor

  2. Taktik hin oder her – es bleibt ein schmutZiges Spiel. Niemand sollte ernsthaft glauben, diese Schachfigurensetzer hätten auch nur irgend etwas unter sicherer Kontrolle. All das bietet Räume für Eigendynamiken und Trump ist mutmaßlich weder mächtig noch intelligent genug, Goethes Besen Einhalt zu gebieten. Auch auf Putin träfe das nur bedingt zu und so gesehen finde ich das nicht mehr lustig. :shock:

  3. War wohl alles mit der russischen Seite abgesprochen. Darum so wenige Verluste auf dem syrischen Flughafen, weil alle gewarnt wurden. Der Angriff hatte innenpolitische Gründe – so sagte auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums. Hier ein Kommentar von German Sterligov, dem russischen Bauer, ehemaligen Milliardär und Politiker:

    “Gut gemacht von Trump!

    Trump hat diese Attacke ohne die Abstimmung mit dem liberalen Kongress der USA und ohne die Abstimmung mit der UN vollzogen. Der Kongress der USA ist liberal eingestimmt und Hillary Clinton ebenso usw… So einen heftigen Schritt von Trump haben sie ganz offensichtlich nicht erwartet. In dieser Weise ist Trump nun ein fester Führer des Staates, welcher einen Angriff auf den offiziellen syrischen Staat geflogen hat, geworden und hat damit alle seine Opponenten aus dem liberalen amerikanischen Lager dazu gezwungen, ihre Münder zu schließen. All seine Opponenten stehen nun in einer heiklen Position wegen den Behauptungen der Liberalen über Trumps Beziehung zu Russland und seinem Präsidenten… Was sollen jetzt die Liberalen machen? Entweder mit den Zähnen knirschend sich auf die Trumps Seite stellen oder nun gegen seine Politik und seine Handlungen auftreten… In diesem Fall hat Trump nicht nur einen Angriff gegen Syrien vollbracht, sondern vor allem gegen die Liberalen, welche in der Auseinandersetzung mit ihm schon ein Programm für seine Amtsenthebung wegen einigen innenpolitischen Themen vorbereiteten, und nun in der Außenpolitik ganz unerwartet verloren haben… Nach der Konstitution der USA unterliegt der US-Präsident, der gerade einen Krieg führt, weder einem Amtsenthebungsverfahren noch einer Neuwahl. CNN hat den ganzen Tag lang nur Interviews mit den anderen gemacht, CNN hat jetzt aber nicht viel zu sagen, weil seine liberale Führung im jetzigen Moment im Kongress sitzt und nachdenkt, wie man weiter handeln sollte. Normalerweise, wenn der Vektor der liberalen Politik schon klar und deutlich ist, werden die Zuschauer von CNN mit Analytik überhäuft.. Warten wir mal ab…
    Dies war ein Schlag IN ERSTER LINIE gegen die Liberalen. In dieser Weise hat Trump das Thema der Verschwörung mit den Russen schon fast beerdigt. Und genau damit wurde gegen ihn gegiftet. Jetzt wird es aber viel schwieriger, mit dieser Strategie gegen Trump aufzutreten. Es war alles super inszeniert. Sogar McCain erstickte schon fast vor Freude. Was den Schlag selbst angeht… nun schau mal – 59 Tomahawk wurden abgefeuert. Das ist eine tierische Kraft! Von ihnen haben nur 23 den Flughafen erreicht. Es wurden 9 Kampfflugzeuge und Lager vernichtet. Start- und Landebahn wurde überhaupt nicht beschädigt! Insgesamt 9 Tote einschließlich der Zivilisten. Im Terrorakt in Sankt Petersburg sind mehr Menschen gestorben!”

  4. Ich frage mich, ob Monsieur nicht etwas blauäugig angetrumpt ist… Möglich ist aber schon, dass der Angriff halbherzig durchgeführt wurde. Irgendwas ist da faul, wegen der geringen Schäden bei 59 abgefeuerten Missiles :shock: , die die Benutzbarkeit des Flughafens keineswegs beeinträchtigten… :cool:

  5. Man kann natürlich hoffen, dass Trump in Absprache mit Putin angegriffen hat, nur um innenpolitisch Kapital daraus zu schlagen, wahrscheinlicher ist es aber, dass Trump so weiter macht wie seine Vorgänger, dh. Weltpolizist spielt und nach eigener Lust und Laune Staaten in die Steinzeit bombt. Ich glaube auch nicht an eine Annäherung an Russland, Trumps demonstrativ freundschaftliches Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping kurz vor dem Angriff auf Syrien war wohl eher als Warnung an Putin gedacht, die Füße still zu halten. Putin ist nun außenpolitisch beschädigt, eigentlich zum Handeln gezwungen, auch die Einkreisungspolitik gegen Russland geht unvermindert weiter.

    Die Situation erinnert an die 1930er Jahre, Russland übernimmt die Rolle von Nazi-Deutschland, China die der Sowjetunion. Die Chinesen sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass sie zwar nach der Zerschlagung Russlands die rohstoffreichen Ostgebiete Russlands als Kriegsbeute erhalten werden, sie aber in 20 oder 30 Jahren als nächstes auf der Abschussliste stehen. Vermutlich hetzt man dann Indien auf China.

    Trump steht in den Diensten Rothschilds, „Dritter Weltkrieg: Trump zahlt den Rothschilds seine Schulden zurück“ http://1nselpresse.blogspot.co.at/2017/04/dritter-weltkrieg-trump-zahlt-den.html?m=1, das hat er mit Churchill gemein, der von Bernard Baruch finanziert wurde, hinter dem wiederum die Rotschilds standen. Bernard Baruch war quasi ein Vorgänger von George Soros.

    • Ich sehe es so wie Meysan. Trump hat hier sich Profiliert gegenüber den Neocons. Die glauben jetzt er könnte so weiter machen zudem ist die Geringe Zerstörung ein Hinweis darauf das es wohl abgesprochen war mit Russland. Die Medien jubeln aber die Bevölkerung hat Angst vor einem Syrienkrieg und da die Kriege der USA immer wieder die Bevölkerung als Zustimmung braucht (nicht per Abstimmung oder so) hat Trump mit diesem Schlag aufgrund von Lügen einen Syrienkrieg unwahrscheinlicher den je gemacht da die Menschen wissen das es zum Konfrontations Schlag von Russland kommen wird.

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