Großmufti von Syrien: USA verlieren an Einfluss im Nahen Osten

Omayyadenmoschee in Damaskus

Die USA werden bald an Einfluss im Nahen Osten verlieren, äußerte der Oberste Mufti Syriens, Ahmad Badr Al-Din Hassoun, in einem Gespräch mit RIA Novosti.

„Die Amerikaner denken nur an sich selbst, an ihre Wirtschaft und ihre Hegemonie und nicht an die Interessen der Menschen… Ich denke, die Amerikaner werden bald diese Region (Nahost) verlieren. Und China und Russland werden sie gewinnen“, so der Geistliche.

Seit knapp einem Jahr dauern in Syrien Anti-Regierungs-Proteste an, die täglich Tote unter den Zivilisten und den Sicherheitskräften fordern. Nach Uno-Angaben sind seit Ausbruch der Auseinandersetzungen mehr als 7500 Menschen getötet worden. Die syrischen Behörden machen die bewaffnete Opposition für den Tod von mehr als 2000 Militärs und Polizisten verantwortlich.

Dr. Ahmed Badr el-Din Hassun

Die meisten westlichen Länder, darunter die USA, unterstützen die Anti-Regierungs-Aktionen in Syrien.

„Die USA wollen ihren Schirm über der Region öffnen und unser Land und die Region insgesamt zerstören und sie internieren, um sie in ein Investitionsgebiet verwandeln zu können. Aber wir kapitulieren nicht“, so Hassoun.

Die USA „diktieren uns ihre Bedingungen und wollen alle Nichteinverstandenen fortjagen“, sagte der Oberste Mufti. Ihm zufolge setzen sich die syrischen Geistlichen für einen Dialog ein und unterstützen Reformen im Land.

„Denn Kampf und Krieg würden uns nur schwächen. Die Kirchen und die Moscheen in Syrien bekämpfen einander nicht. Es gibt Auseinandersetzungen zwischen den patriotischen und den destruktiven Kräften. Unser Volk ist einheitlich und wir wollen selbst entscheiden, wie wir weiter leben sollen“, sagte der Gesprächspartner der Agentur.

„Unser Volk will das Land reformieren und wir Geistlichen unterstützen es darin. Wir sind gegen Korruption und gegen jegliches Diktat“, so der Oberste Mufti.

Der syrische Großmufti, oberste religiöse Autorität in der Syrischen Arabischen Republik, ist einer von sechs Großmuftis der islamischen Welt. Neben seiner Tätigkeit als islamischer Rechtsgelehrter war er acht Jahre Mitglied des syrischen Parlaments. Er gilt als Verfechter eines liberalen Islams und tritt für eine strikte Trennung von Staat und Religion ein.

Am 03. Oktober 2011  erlag der Sohn des Großmuftis, Saryah Hassoun seinen Verletzungen und starb in einem Krankenhaus in Idlib. Saryah Hassoun wurde am Tage vorher auf dem Weg zur Universität von Aleppo von unbekannten Tätern angegriffen. Er und einer seiner Professoren erlagen beide ihren Verletzungen. Es war ein Trauertag in Syrien, die Grabrede vom Vater, der als sehr weltoffener Führer der sunnitisch muslimischen Gemeinde in Syrien gilt, unterstrich das. Der Großmufti kämpft gemeinsam mit dem Präsidenten für einen Dialog zwischen der Regierung und der Opposition, was jedoch keine Früchte tragen kann, da die syrische “Opposition” von ausländischen Mächten gesteuert wird.

Die westliche Darstellung beziehungsweise die Darstellung der Opposition zum Tod des Sohnes von Großmufti Hassoun ließ nicht lange auf sich warten. Wie schon oft geschehen, wird die Schuld einfach der Regierung in die Schuhe geschoben.

Quellen:

http://www.sarsura-syrien.com/gewalt-in-syrien-sohn-des-grossmuftis-erschossen-5657.html

http://de.rian.ru/politics/20120303/262833512.html

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