Kiew: Klitschko nutzt Radikale zur Einschüchterung von Behörden aus

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STIMME RUSSLANDS In Kiew hält das Gegenüberstehen von Macht und Opposition an. Die Anzahl der bei den Protestaktionen verletzten Personen, unter Demonstranten wie unter Ordnungshütern, geht in die Dutzende oder sogar Hunderte. In der Nacht zum Montag bauten die Oppositionellen Barrikaden aus Pflastersteinen, zündeten vier Busse und zwei LKWs an, die die Miliz zur Absperrung aufgestellt hatte.

Der Kiewer Korrespondent der STIMME RUSSLANDS, Alexander Bondarenko, erzählt Näheres:

„Die Demonstranten verhielten sich sehr aggressiv: Ich habe gesehen, wie sie Molotow-Cocktails geworfen haben. Die Hauptwaffe der Protestierenden waren Gehwegplatten: Einen großen Teil dieser Platten entfernten sie und warfen damit auf Milizionäre. Mehrere Male versuchte die Miliz, zum Angriff überzugehen, wurde aber schnell zurückgeschlagen. Die Demonstranten waren gut ausgerüstet: mit Schutzhelmen, Gasmasken, mit Stöcken, sie warfen Steine auf die Polizisten.“

Die Unruhen in Kiew begannen nach einer Kundgebung auf dem Majdan, die den vergangene Woche verabschiedeten Gesetzentwürfen gewidmet war, welche nach Erachten der Opposition die Bürgerfreiheiten im Lande einschränken. Vor Demonstranten sprachen die Oppositionsführer. Arsseni Jazenjuk schlug einen Plan von Protestaktionen vor und nannte mehrere Forderungen, darunter die Bildung alternativer Machtorgane. Den Demonstranten schien das nicht zu passen, und sie zogen los, um die Regierung und das Parlament zu stürmen. Auch ein anderer Oppositionsführer, Vitali Klitscho, konnte dem Andrang nicht Einhalt gebieten. Anscheinend seien weder Klitschko noch Jazenjuk in der Lage gewesen, die Teilnehmer der Aktion zu kontrollieren, was für sie jedoch von Vorteil sein könnte, meint der Geschäftsführer des politischen Zentrums “Sewer-Jug” (Nord-Süd), Alexej Wlassow. Ferner sagte er Folgendes:

„Die ins Systemopposition in Gestalt von Klitschko und Jazenjuk nutzt die Radikalen einfach als Schreckgespenst für die amtierende Macht aus. Klitschko ist es schon egal, ob ihm die Menge zuhört oder nicht. Er kommuniziert mit Janukowitsch, er gibt das für die Stimme des Volkes aus und zeigt, dass selbst er diese Leute nicht lenken könne, wenn der Präsident keine Zugeständnisse macht.“

Der Experte meint, Vitali Klitschko könne auch durch seine Allianz mit dem Führer der nationalistischen Bewegung Oleg Tjagnibok Punkte gewinnen, vor dessen Hintergrund er sich als Politiker effektvoll abhebt. Andererseits könne das aber, ebenso wie die Ereignisse auf den Straßen Kiews, die politische Karriere von Klitschko im Vorfeld des Wahlkampfes verderben, fährt Alexej Wlassow fort.

„Das, was die Radikalen durchsetzen wollen, können weder die ukrainische Macht noch, so denke ich, selbst die westlichen Sponsoren der Opposition unterstützen. Im Grunde genommen ist es ein verfassungswidriger Sturz der Macht. Die Verhandlungen im ‚Majdan-Format‘ sind für die Opposition unvorteilhaft. Ein Aufflammen der Aktivität – das ist jene Chance, auf die Klitschko und Jazenjuk spekulieren werden.“

Dabei ist bislang unklar, wer unter den Vertretern der Opposition die Verhandlungen mit der Macht führen wird. Die Protestbewegung besitzt keinen gemeinsamen Führer. Die Demonstranten appellieren an Vitali Klitschko, Arsseni Jazenjuk und Oleg Tjagnibok, sich festzulegen. Durch ihre mangelnde Einheit verlieren die Oppositionellen das Vertrauen des Volkes und geben Anlass zu neuen Provokationen.

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