Kulturkrieg – CIA stürzt weltweit mißbeliebige Regime

Kulturkrieg in Kuba
Kulturkrieg in Kuba
von Lyuba Lulko
Die CIA benutzt Schriftsteller, Publizisten und andere kulturelle Aktivisten, um Staatsstreiche und subversive Aktivitäten in anderen Ländern durchzuführen. Dies sagt der kubanische Doppelagent und Schriftsteller Paul Capote. Höchstwahrscheinlich setzt die CIA diese Technologie schon seit geraumer Zeit auch in Russland ein.

“Die CIA übt effektiv Kontrolle über Massenmedien und die Kulturindustrie in den USA und auf der ganzen Welt aus. Es gibt eigentlich keine Verschwörungstheorie in dieser Hinsicht,” sagte Paul Capote in einem Interview im brasilianischen Portal Suk21.

Capote, ein kubanischer Schriftsteller, arbeitete von 2004 bis 2011 für den kubanischen Geheimdienst als Doppelagent bei der CIA. Er sollte für die Amerikaner  einen neuen Typus von Opposition gründen, welche nach dem Abgang Fidel Castros eine “sanfte Revolution” im Lande starten sollte, um das kommunistische Regime zu stürzen.

Obwohl die Revolution als “sanft” eingestuft wurde, fordert sie gemäß den “198 Methoden zur gewaltfreien Aktion” von Gene Sharp illegale Tätigkeiten, wie zum Beispiel eine “Rebellion” gegen Regierungsstrukturen.

“Die Ideen gewaltfreier Kriege unterminieren die Grundlagen der Regierung eines Landes bis zu dem Punkt, am dem die Regierung die Kontrolle über die Situation verliert,” sagte Capote.
Man will eine Regierung von innen her zersetzen, um Chaos zu erzeugen. Sobald ein Land ins Chaos stürzt, kann man mit weitergehenden Maßnahmen fortfahren, glaubt der kubanische Schriftsteller. Seiner Aussage nach benutzte die CIA diese Taktik in Venezuela, im Iran und in Libyen und setzt sie immer noch in verschiedenen Teilen der Welt ein.Die CIA begann 1986 damit, Capote näher unter die Lupe zu nehmen; damals war er 20 Jahre alt und Mitglied in der Jugendorganisation der Dichter, Künstler und Schriftsteller in der Stadt Cienfuedos.kuba
“Die erste Person, die zu uns kam, war der freiberufliche Journalist Denis Reichler vom Paris Match magazine. Er war für uns ein Idol des Sportjournalismus,” erläutert Capote. “Dieser Mann brachte uns mit Nicht-Regierungs-Organisationen  (NGOs) zusammen, die vorgeblich daran interessiert waren, einen Fond für Kunstprojekte in Kuba zu gründen.”
Die CIA war nicht in der Lage, einer zwischen regimekritischen Haltung und den Hass auf Castro zu unterscheiden. Als die kubanischen Sicherheitsdienste Paul Capote anboten, als Informant zu arbeiten, willigte er ein. Im Jahre 1994 war er Vorsitzender der Gewerkschaft der Kulturschaffenden mit über 40.000 Mitgliedern. “Das machte mich für die CIA noch interessanter, da ich der Führer der Gewerkschaft war, die fast alle Kulturaktivisten – also Künstler, Musiker und Schriftsteller – unter sich vereinte. Es war eine sehr starke Gewerkschaft.”
Capote informierte die CIA über den Lebensstil und die Aktivitäten von jungen Leuten in Kuba. ….. Dieser Prozess dauerte mehrere Jahre bis Capote 2004 angeworben wurde.
“Im Jahr 2004 rekrutierten sie mich für eine sehr spezielle Aufgabe, die darin bestand, einen Kulturkrieg zu fördern, einen Krieg in der Welt der Ideen. Wir benutzen normalerweise komplexe Ausdrücke, um diese Art des Krieges zu definieren, zum Beispiel “politische und ideologische Zersetzung”, aber sie nannten es schlicht einen Kulturkrieg. Die CIA hat die Kontrolle über die Massenmedien und die Kulturindustrie in den USA und in der ganzen Welt. Ich entdeckte das als eine Tatsache, es ist keine Verschwörungstheorie, wie manche glauben.”
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Ihre Vorstellung ist es, einen “neuen Typus von Opposition” zu erschaffen, der anfangs an Universitäten und Instituten gehegt wird. Das machen sie durch ein System von Stipendien, über die sie Studenten zu Kursen senden, welche absolut unverfängliche Namen tragen. Beispielsweise können sie einen Schriftsteller auf einen Kurs für israelische Geschichte nach Jerusalem senden, aber der Person wird beigebracht, wie man unerwünschte Regime auf gewaltfreien Weg stürzt.
“Die Anzahl der Führer in der Welt, welche an solchen Programmen teilgenommen haben, ist beeindruckend”, sagte Capote.
Er merkte an, dass solche Kurse bei der Albert Einstein Institution, beim Serbian Centre for Applied Nonviolent Action and Strategies (CANVAS) und anderen Institutionen praktiziert werden, die von George Soros gegründet wurden. Wenn einer von zehn Studenten zum Aktivisten der politischen Opposition wird, betrachtet die CIA das Unterfangen als Erfolg.
Im Jahr 2006  wurde der erste Versuch unternommen, “die Regierung hochgehen zu lassen”. “Am 13. August 2006, an Fidel Castros Geburtstag, sollte ich einen Aufruhr in Havanna provozieren und zum Protest gegen die Übergabe der Macht an Raul Castro aufrufen”, sagte der Schriftsteller. “Ich sollte sagen, das Land befände sich in chaotischen Zuständen und die USA müssten intervenieren, um die Verletzung der Menschenrechte zu beenden.”
“Aber der Plan funktionierte nicht, die Leute gingen nicht auf die Straße”, sagte Capote. Er erklärte den Amerikanern, die Kubaner wären noch nicht soweit, weil es keine Redefreiheit und kein Internet im Lande gäbe.
“Danach wurden wir mit hochmodernen Geräten ausgestattet und man unterwies uns im Einsatz modernster Technologien. 2007 bekam ich ein abhörsicheres Kommunikationsgerät, welches über Satellit mit dem US-Verteidigungsministerium verbunden war. Ich benutzte es, um meinen Chef in Washington zu kontaktieren.”
In Wirklichkeit soll nach dem Regimewechsel alles privatisiert werden, einschließlich dem Gesundheitssystem und den sozialen Sicherungssystemen; dann werden Sparmaßnahmen durchgesetzt.
“Sie erzählten mir, dass die Weltbank, der Internationale Währungsfond und die kubanische Auslandsgemeinschaft den Wiederaufbau der kubanischen Gesellschaft unterstützen würden.””Für mich war es ein sehr interessantes Schachspiel. Ich musste sie glauben machen, dass ihre Taktiken funktionierten. Das war sehr schwierig”, sagte der Schriftsteller. “Das Projekt hatte viele Schwächen. Sie glaubten, dass eine Revolution von einer Person abhinge. Glauben Sie mir, es war nicht Fidel Castro alleine, der die kubanische Revolution zuwege brachte. Ihr anderer Fehler war, dass sie die Kubaner für naiv hielten”.
Capote stieg aus dem Spiel im Jahr 2010 aus, als der Krieg in Libyen ausbrach. …. Danach kamen die Krisen in der Ukraine und in Argentinien. Wenn einige unserer Leser glaube, es gäbe keinen Kulturkrieg in Russland, so liegen sie falsch. Wir können nur hoffen, dass es auch in Russland Doppelagenten gibt.

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