Landraub durch die neuen Kolonialherren

Hanf als Lebensmittel
Hanf als Lebensmittel

In Deutschland wird Ackerland zum Spekulationsgut. „Land-grabbing“ ist zur weltweiten Ausbeutung geworden. Eine Fläche von der Größe Westeuropas wurde in den letzten Jahren von Finanzinvestoren weltweit aufgekauft. Landraub durch die neuen Kolonialherren hat ganze Landstriche entvölkert. Einstige Bauern müssen sich heute als schlecht bezahlte Hilfskräfte verdingen.

Autor: Wolfgang Freisleben – 22. März 2017 – freisleben-news.at

Ackerland gehört schon lange nicht mehr nur den Bauern. Weite Flächen in Europa sind im Besitz von Finanzinvestoren, die zur Landwirtschaft kaum eine Beziehung haben. Besonders im Osten Deutschlands haben nach der Wende Spekulanten und Konzerne riesige Flächen Ackerland als sichere Anlage und Spekulationsgut erkannt.

Tieflader am Weizenfeld: So ernten Finanzinvestoren

Fast ein Drittel der Felder ist in Investorenhand, so der Weltagrarbericht von Weltbank und UNO. Die Besitzer lassen auf den großen Flächen Monokultur betreiben. Für den Export oder für Biogasanlagen. Lebensmittel nicht für den Teller, sondern als Energielieferant für den Tank oder Kraftwerke. Sogar chinesische Investoren haben sich in Deutschland schon eingekauft.

“Land-grabbing“ heisst der Anglizismus zu dieser neuen Form des Neokolonialismus. Die Begleiterscheinung sind Strukturen, bei denen mitunter die Leute in einem Dorf gar nicht wissen, wer das Land bewirtschaftet. Da kommt zwei- bis dreimal im Jahr jemand, der mit Tiefladern die Maschinen bringt, die Arbeiten verrichtet und wieder wegfährt.

Und der ganze Kulturbeitrag, den ja die bäuerliche Landwirtschaft auch zu bieten hat, findet nicht mehr statt.

Die verfehlte EU-Landwirtschaftspolitik, die Förderung der Großbetriebe – immer mehr Wachstum, Massenställe, Produktion für den Export – haben in ganz Europa dazu geführt, dass immer mehr Bauern ihre Höfe schließen müssen. Selbst große Betriebe haben Schwierigkeiten zu überleben. Sie können dem Preisdruck, eine Folge der Überproduktion, nicht mehr standhalten.

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Die Lösung: Genossenschaften/Hanfanbau/Regionale Produktionsgemeinschaften

https://po.neopresse.com/landwirtschaft/hanf-die-revolution-in-der-landwirtschaft-teil-1-politaia-org/

https://po.neopresse.com/umwelt-und-gesundheit/hanf-die-revolution-in-der-landwirtschaft-teil-2-politaia-org/

 

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1 Kommentar

  1. Ungeheuerlich. Aber man muss sich ja die Frage stellen: Wodurch ist Land-Grabbing überhaupt möglich? Es läuft ja formal rechtlich völlig legal ab. Es wird durch das Gesetz möglich gemacht, durch das gesetzliche Eigentum an Grund und Boden, das jeder kaufen und verkaufen kann.

    Das heutige private Eigentumsrecht am Boden macht dem Einzelnen etwas zu eigen, was ihm nicht gehören kann. Boden ist keine Ware, die er selbst hätte produzieren oder von anderen als deren Produkt hätte erwerben können. Das Eigentum verbindet hier Teile der Erde, die allen Menschen als Lebensgrundlage dienen soll, mit der Persönlichkeit eines Einzelnen, indem es andere davon ausschließt und es seiner prinzipiell unbeschränkten Verfügungsgewalt unterwirft. Der Boden wird gleichsam zum Raub Einzelner.

    Die Art der Nutzung des Bodens führt zu unterschiedlichen Bodenwerten. Grundstücke, die landwirtschaftlich genutzt werden, haben einen geringeren Wert als solche, die mit gewerblichen Gebäuden oder Wohnhäusern bebaut werden. Ein einziger Strich eines städtischen Bauamtes, der ein landwirtschaftliches Grundstück am Rande der Stadt in den Bebauungsplan einbezieht, lässt den Quadratmeterpreis dieses Grundstückes von vielleicht 10 € mit einem Sprung auf mögliche 200 € oder mehr emporschnellen. Bei einer Größe von 10.000 qm bedeutet dies eine Wertsteigerung von 100.000 € auf nunmehr 2.000.000 €. Das heißt, der Eigentümer, der es für 100.000 € gekauft hatte, macht beim Verkauf an Bauinteressenten einen Gewinn von 1.900.000 €, die ihn mit einem Schlage zum Millionär machen, nur weil er das Eigentumsrecht hat. An Gegenleistung hat er nicht das Geringste erbracht; was ihm zufließt, müssen aber andere für ihn erarbeiten.

    Eigentum an Grund und Boden ist bei uns zudem mengenmäßig unbegrenzt. Einzelne können ohne jede Rechtsgrenzen Verfügungsgewalt über Grund und Immobilien in beliebiger Größe und Menge anhäufen und dadurch beliebig große ökonomische Macht über andere Menschen erringen. Dieser Macht sind durch Schenkung und Vererbung auch zeitlich keinerlei rechtliche Grenzen gesetzt.

    Grundlegende Überlegungen:
    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/11/08/soziale-auswirkungen-des-eigentums-an-grund-und-boden/

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