Libyen-Update vom 10. Oktober 2011 — 200 Tote für 1 Minute Fernsehschow — nsnbc

Mahmud Jibril und Hyäne Clinton

von Dr. Christof Lehmann

zusammenfassende Übersetzung von Politaia.org

……Ein erneuter massiver Angriff auf Sirte resultierte in einer kurzen Besetzung des Universitätsgeländes und des Krankenhauses in den südwestlichen Vororten durch den TNC. Nachdem der Kampf den ganzen Tag andauerte, kam es zu einem Gegenangriff, bei dem die TNC-Rebellen 200 Tote und unzählige Verwundete zu verzeichnen hatten. Mahmud Jibril zog daraufhin die Kämpfer, welche ihm ergeben sind, aus der Schlacht zurück und nannte “den Tod von 200 Kämpfern für einen Minute Fernsehsiegesfeier für Al Jareera sinnlos”. Die Entscheidung von Jibril ist wieder einmal ein Beispiel, dass die NATO-Lügen zu wanken beginnen und ein Zeichen der inhärenten Instabilität des Regimes.

Jibril, der kürzlich einen Attentatsversuch überlebte, bei dem sieben seiner Leibwächter getötet wurden, soll den Rückzugsbefehl an seine Kämpfer gegeben haben, um seine Leute für die zu erwartenden Kämpfe innerhalb der TNC-Fraktionen zu sichern. Laut demselben nsnbc-Informanten hat ein ungenannter CIA-Agent den TNC-Führern eine Teilung Libyens in einem Nord- und einen Südtaat vorgeschlagen haben; dies würde den notwendigen diplomatischen Kontext liefern, um “UN-Friedenstruppen” nach Libyen verlegen zu können. nsnbc untersucht gerade, ob diese Vorschläge innerhalb der Afrikanischen Union diskutiert werden.

Die Kriegsverbrechen der NATO und der unter ihrem Kommando stehenden Söldner halten an, während die Diplomatie immer noch nicht in der Lage ist, den Massakern ein Ende zu bereiten. Vor dem Angriff auf die Universität und das Krankenhaus zerbombte die NATO eine Wohnhaus, wobei 22 Menschen getötet wurden und weitere 20 vermisst werden.

In der Nähe von Bani Walid geriet ein Konvoi von TNC-Rebellen in einem Hinterhalt und erlitt schwere Verluste.  Die TNC-Rebellen befinden sich in Bani Walid in isolierten Widerstandsnestern und warten auf Entsatz, der die libyschen Linien aber nicht durchdringen kann.In Gheryan griffen die libyschen Kräfte erfolgreich einen militärisch-industriellen Komplex an, der von Truppen der NATO und aus Katar verteidigt wurde. Die Mission war erfolgreich und die von der NATO benutzten Militäranlagen wurden zerstört.

In Bengasi kommt der Kampf gegen die gut befestigten Stellungen der TNC-Kämpfer langsam voran. Es ist denkbar, dass sich die libyschen Truppen relativ passiv verhalten, denn es gibt heftige Auseinandersetzungen zwischen den TNC-Fraktionen innerhalb des Stadtzentrums. Nach noch unbestätigten Meldungen laufen Verhandlungen zwischen den libyschen Streitkräften und den Stammesführern in Bengasi, welche in dem Konflikt die Seiten wechseln wollen.

Die Frage bleibt, ob und wann diplomatische Initiativen starten, welche der fürchterlichen humanitären Situation  in Libyen und den kolonialen Ambitionen der NATO in Nordafrika ein Ende bereiten. Wo ist die Untersuchungskommission der UN und wo ist der Beobachter der Afrikanischen Union in Sirte und wo sind die afrikanischen Führer, die den Mut haben zu sagen, das Maß ist voll?!

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