PressTV: Was Israel in Syrien tatsächlich will

von Soraya Sepahpour-Ulrich (Übersetzung in Auszügen von politaia.org)

Es ist wichtig, die allgemein akzeptierten Geschichten über die Unruhen in Syrien in Zweifel zu ziehen. Vor dem Hintergrund des jahrzentelangen Dämonisierung des Iran ist es zwar leichter glaubhaft, das Anheizen der Unruhen in Syrien als Werkzeug zur Schwächung des Irans zu interpretieren, aber man sollte sich dessen bewußt sein, dass Syrien heute in solchen Schwierigkeiten ist, weil damit Israels große Strategie gefördert wird.

Interviews:
‘US making false allegations on Syria’
‘US pursues Neocon war agenda on Iran’

Seit einiger Zeit schon ist es die vorherrschende Meinung, dass die von außen angeheizten Unruhen in Syrien dazu dienen, den Iran zu schwächen. Diese vorherrschende Begründung wird von den Neokonservativen wie von den Liberalen gleichermaßen geäußert.

Während die New York Times den Standpunkt der “Israel zuerst”-Senatoren John McCain und Lindsey Graham hinausposaunt, “dass die Rebellen es verdienten, bewaffnet zu werden und diese Unterstützung  Washington helfen würde, den Iran zu schwächen,” argumentieren moderate und unabhängige Medien wie Truthout, Counterpunch und andere in derselben Weise, allerdings lehnen sie den Plan ab. Sogar die iranischen Staatsmedien teilen diese Meinung.

Das ist die falsche Fährte, ob nun mit Absicht gelegt oder nicht. Ohne Zweifel sind der Iran und Syrien seit der Iranischen Revolution feste Freunde in ihrem gemeinsamen Ziel, die Rechte der Palästinenser zu schützen und gegen Amerika und Israel aufzustehen; und jeder Wandel in Syrien könnte den Iran schaden (wie auch Russland). Aber das sind zweitrangige Gesichtspunkte. Die generell akzeptierte Version der Geschichte lenkt von dem primären Grund für den gegenwärtigen Anschlag auf Syrien ab und der liegt in — Israel.

Seit dem KIerieg von 1948 sind Israel und Syrien im Kriegszustand (mit kurzen Perioden von gescheiterten Verhandlungen). Der Konflikt geht hauptsächlich um Land und Wasser. Seit den 1950er Jahren war der Konflikt um Wasser (und Land) die Wurzel der Feindseligkeiten. In den 1950er Jahren beauftragte Eisenhower Eric Johnston, ein regionales Einverständnis über die Zuweisung von Wasserressourcen zu verhandeln. Das Scheitern Johnstons verschärfte den Konflikt. Die veröffentlichten Tagebücher des israelischen Außenministers Sharett helfen zu verstehen, warum die Verhandlungen nicht erfolgreich waren. Sharett stellte fest: “Politische Entscheidungen betreffend der Besetzung des Restes von Eretz Israel wurden schon 1954 getroffen, wenn auch erst 1967 implementiert.”

Die Besetzung der syrischen Golan-Höhen und des oberen Berg Hermon durch Israel versetzte das israelische Regime in die Lage, sich den gesamten oberen Jordan einzuverleiben. In der Folge davon wurde Syrien nicht nur vom Wasser des oberen Jordan abgeschnitten, auch seine territoriale und nationale Integrität wurde verletzt.

Topographie des Golan

Einige Jahre später wurde über die Zeitung Haaretz die Existenz einer unter General Aaron Yariv erstellten Studie bekannt (vom Jaffee Center for Strategic Studies, Universität Tel-Aviv), welche sich mit einer “Wassersicherheitszone” beschäftigte. In der Studie wurde gefordert, die Wasserressourcen des Libanons und Syrens unter die volle Kontrolle Israels zu stellen. Die Auseinandersetzungen hielten unvermindert an und der status quo wurde bis 1982 aufrechterhalten, als die militärischen Fähigkeiten beider Seiten getestet wurden.

Ein 1987 erschienenes Buch von Oberst Emmanuel Wald vom israelischen Generalstab mit dem Titel “The Ruse of the Broken Vessels: The Twilight of Israeli Military Might (1967-1982)” enthüllt die Ziele der Libanon-Invasion und die Monate der Vorplanungen, die auf sie verwendet wurden. Wald schreibt, dass Ariel Sharons Kriegsplan mit dem Namen “Oranim” beabsichtigte, die syrischen Truppen zu besiegen, die vom Beeka-Tal bis hinauf nach Baalbeck im Nordlibanon stationiert waren. Laut Wald wurde dies in den ersten Tagen von den USA stillschweigend geduldet.

Mit diesem Ziel marschierte Israel am 6. Juni 1982 in den Libanon ein. Aber die syrische Armee stoppte den israelischen Vormarsch in der Schlacht von Sultan Yakub und in der Schlacht von Ain Zahalta. Somit war Sharons Plan gescheitert, den Libanon vollständig zu erobern und Syrien als Militärmacht auszuschalten.Im Hinblick auf das Buch und die Schlachten meint der bekannte Gelehrte und Aktivist Israel Shahak, “dass das vorrangige Ziel der israelischen Invasion im Libanon die Vernichtung der syrischen Armee war.”

Shahak postuliert, dass Israel seine Kriege schnell gewinnen muss. Trotz der vorgeblichen technologischen und nuklearen Überlegenheit, könnte ein weiterer Angriff auf Syrien nicht voraussagbar eine leichten Sieg  mit sich bringen und die Abwehrmaßnahmen könnte sich endlos hinziehen. Er argumentiert weiter, dass in der ganzen Geschichte des israelischen Regimes die israelischen Juden sehr sensitiv gegenüber eigenen Verlusten sind, und “hohe eigene Verluste machen sie für politische Argumente empfänglicher als für die Herrschafts- und Unterdrückungsmaßnahmen, die sie sonst akzeptieren würden.”

Shahaks Analyse wirft ein Licht auf die Ereignisse, die nach dem Scheitern der Operation “Oranim” folgten. Israel verfolgte weiterhin seine große Strategie, allerdings ist es sich der Stärke der syrischen Armee nun bewußt – eine Armee, die von innen heraus zerstört werden muss, nachdem die israelische Operation 1982 gescheitert war Und das ist der dominierende Grund für die Bewaffnung der Terroristen, die als “Opposition” posieren.

https://jhaines6.wordpress.com/2013/04/28/presstv-viewpoint-what-israel-is-really-after-in-syria/……….Soraya Sepahpour-Ulrich is a Public Diplomacy scholar, independent researcher and writer with a focus on US foreign policy and the role of lobby groups.

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