Psychiatrie in der BRD. Ein Nicht-Psychiater spricht Klartext

Danke Solist für den Link.

Veröffentlicht am 25.12.2012

http://www.gert-postel.de/
Interview mit Postel http://www.gert-postel.de/audio/mikado_postel.mp3

In den 90er Jahren erregte er viel Aufmerksamkeit als falscher Leitender Oberarzt in einer psychiatrischen Klinik. „39 Ärzte haben sich beworben und der Postbote wurde eingestellt“ sagt Postel. Eineinhalb Jahre lang führte er sein Gegenüber an der Nase herum. Sogar zum Vorsitzenden des Fachärzteprüfungsausschusses der sächsischen Landesärztekammer wurde er benannt.

Warum das Ganze? „Ich wollte mich öffentlich über die so genannte Wissenschaft der Psychiatrie lustig machen, Macht ausüben, um das Denken zu verändern“, sagt er. Nach seiner Verurteilung und dem Ende seiner Haftstrafe 2001 schrieb er Erfahrungen und Gedanken nieder. Seine Geschichte wurde zweifach verfilmt.

„Doktorspiele“ offenbart Geständnisse eines „Hochstaplers unter Hochstaplern“, wie er es selbst bezeichnet. Im Anschluss können die Besucher offen diskutieren.

Gert Postel

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Aschermittwoch 2011, Zitat aus der Rede von Dr. André Hahn:
Wie die Moral bei der Beurteilung von G. Postel und K. T. zu Guttenberg geteilt wird

Wer über Guttenberg redet, darf Postel nicht vergessen. Der Postbote Gert Postel wirkte in Sachsen als Leitender Oberarzt im Fachkrankenhaus für Psychiatrie in Zschadraß. Seine psychiatrischen Gutachten wurden nie beanstandet, außerdem hielt er anerkannt gute Vorträge vor Medizinern.

Wäre Postel nicht zufällig enttarnt worden, hätten womöglich eine C3-Professur und der Posten als Klinikdirektor im Sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Arnsdorf auf ihn gewartet. Trotz seiner tadellosen ärztlichen Tätigkeit verlangte der Freistaat Sachsen von Postel Gehaltsrückzahlungen in mittlerer sechsstelliger Größenordnung, da der Mann akademische Qualifikationen vorgetäuscht habe, über die er nicht verfüge.

Im Unterschied zum Fall Postel war im Fall Guttenberg eine Bundeskanzlerin der Meinung, dass ein überführter Hochstapler und Betrüger seinen hoch dotierten Posten behalten und weiter Bundesverteidigungsminister spielen darf. Für mich ist das vor allem eines: Doppelmoral pur!

Herr Postel gilt im Übrigen seit damals als Patron der Psychiatrie-Betroffenen und hielt z. B. eine — ich zitiere: “Festrede zum 25. Jubiläum der Irren-Offensive in Berlin”. Was sich rund um Herrn Guttenberg in den Wochen vor seinem Rücktritt abgespielt hat, war dagegen echt irre. Da kamen auch aus der sächsischen CDU, deren Vertreter Herrn Postel nach Bekanntwerden seiner Hochstapelei aufs Gnadenloseste verfolgt haben, reihenweise Solidaritätsbekundungen. Wahrscheinlich weil Etikettenschwindel sowieso ein Markenzeichen der so genannten bürgerlichen Politik in Sachsen ist…

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