Russland will zum weltweit größten Lebensmittelexporteur werden

MOSKAU, 12. Dezember (RIA Novosti).

Russland muss laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre die vollständige Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln erreichen und sich zum weltweit größten Lebensmittellieferanten entwickeln.

„Die Nachfrage nach Lebensmitteln nimmt in der ganzen Welt, insbesondere in den sich entwickelnden Ländern, rasant zu. Auf Russland entfällt, wie Sie wissen, mehr als die Hälfte der fruchtbaren Böden unseres Planeten – 55 Prozent. Wir müssen innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre unsere Unabhängigkeit in Bezug auf alle wichtigsten Lebensmittelarten sichern. Danach muss Russland zum weltweit größten Lebensmittelproduzenten werden“, sagte Putin am Mittwoch in seiner Jahresbotschaft an die Föderationsversammlung.

„Damit würden für uns enorme neue Möglichkeiten eröffnet“, so Putin.

In Russland war Anfang 2010 die Doktrin der Lebensmittelsicherheit bestätigt worden, die die Eigenversorgung Russlands mit Getreide und Kartoffeln zu 95 Prozent, mit Milch und Milcherzeugnissen zu 90 Prozent, mit Fleisch und Fleischerzeugnissen zu 85 Prozent sowie mit Fischerzeugnissen, Zucker und Pflanzenöl zu 80 Prozent vorsieht.

Die genannten Parameter wurden in dem in diesem Jahr bestätigten Staatsprogramm zur Entwicklung der russischen Landwirtschaft für die Jahre 2013 bis 2020 berücksichtigt. Russland hat bereits bei einigen Lebensmittelarten, so bei Geflügelfleisch, die festgesetzten Kennzahlen erreicht. Zugleich muss Russland trotz der steigenden Lebensmittelproduktion immer noch Fleisch und Milcherzeugnisse in großen Mengen einführen.

Russland ist heute einer der Spitzenreiter beim Export von Getreide sowie ein bedeutender Lieferant von Zucker, Ölfrüchten und Pflanzenöl.

http://de.rian.ru/business/20121212/265130685.html

Landwirtschaft in Russland

Klimakarte Russlands

Aus klimatischen Gründen sind nur 13 Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich nutzbar, rund 60 Prozent der Landwirtschaftsfläche werden ackerbaulich genutzt. Der größte Teil der Anbauflächen des Landes liegt im so genannten fruchtbaren Dreieck, das seine Basis entlang der Westgrenze hat, die sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer erstreckt, und das nach Osten in den südlichen Ural spitz zuläuft. Dort verengt es sich auf einen Streifen von etwa 400 Kilometern Breite, der sich über die südwestlichen Ränder von Sibirien erstreckt. Östlich des Altaigebirges gibt es Landwirtschaft nur in isolierten Gebirgssenken entlang des Südrandes von Sibirien und in der fernöstlichen Region. Die Grenze des wirtschaftlich rentablen Getreideanbaus liegt bis auf wenige Ausnahmen im fernöstlichen Teil bei 60 Grad nördlicher Breite. Nach Süden hin ist das Klima ohne Bewässerung zu trocken. Während der Sowjetzeit errichtete man am Kuban und an anderen Flüssen im Süden des europäischen Teiles von Russland umfangreiche Bewässerungsanlagen, um die Landwirtschaft zu versorgen. Die wichtigsten Bewässerungsprojekte der früheren UdSSR liegen jedoch in den zentralasiatischen Republiken.

In Russland werden vor allem Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Zuckerrüben, Sojabohnen und Kartoffeln angebaut. Weitere wichtige Anbauprodukte sind Mais, Hirse, Buchweizen, Reis, Hülsenfrüchte, Sonnenblumenkerne und Flachs. Verschiedene Arten von Obst gemäßigter Klimazonen wie Äpfel, Birnen, Kirschen und Weintrauben werden in Russland ebenfalls in großem Umfang kultiviert. Von besonderer Bedeutung ist die Zucht von Schweinen, Rindern, Schafen und Geflügel. Im hohen Norden ist die Rentierhaltung eine der Haupteinnahmequellen der einheimischen Bevölkerung, im Norden und Osten außerdem die Jagd und Zucht von Pelztieren.

Die Landwirtschaft erfuhr zu Beginn der neunziger Jahre einen starken Rückgang. Zwischen 1990 und 1992 sank die gesamte landwirtschaftliche Produktion um mehr als 4 Prozent jährlich; zwischen 1990 und 1991 sank die Weizenproduktion um 24 Prozent. Obwohl die Fleischproduktion einigermaßen stabil blieb, sank der Viehbestand beträchtlich. Zwischen 1986 und 1993 verringerte sich der Gesamtbestand an Geflügel um 10 Prozent, an Rindern um 12 Prozent und an Schweinen, Schafen und Ziegen um 19 Prozent. Die Abnahme beim Viehbestand lässt sich zum Teil auf mangelndes Tierfutter zurückführen, während der Rückgang der Landwirtschaft hauptsächlich auf fehlenden Kreditquellen und einem starken Anstieg der Preise für Maschinen, Dünge- und andere chemische Mittel, Treibstoff etc. beruht.

ie Privatisierung in der Landwirtschaft erfolgt nur langsam. Nahezu das gesamte Agrarland (96 Prozent) blieb unter Kontrolle ehemaliger Kollektive und Staatsbetriebe (Kolchosen und Sowchosen), von denen die meisten als Produzentenkooperativen oder Aktiengesellschaften reorganisiert worden sind; nur etwa 4 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche werden von Privatbauern bewirtschaftet. Der Staat kauft einen Großteil der Landwirtschaftsproduktion, aber dieser Anteil nahm Anfang der neunziger Jahre stetig ab. Besonders bemerkbar macht sich dieser Rückgang bei Zuckerrüben, Gemüse, Sonnenblumenkernen und Kartoffeln.

Russland ist einer der führenden Produzenten von Nutzholz und Holzerzeugnissen; das Land verfügt über etwa ein Fünftel des Waldbestandes der Erde und über rund ein Drittel des Weltbestandes an Nadelwald; der größte Teil der russischen Nutzholzproduktion besteht aus Weichholz, hauptsächlich von Kiefern, Tannen und Lärchen. Wichtigstes Laubholz für den Handel ist Birke. Die Hauptgebiete der Nutzholzgewinnung liegen im Nordwesten des europäischen Teiles, im zentralen Uralgebirge, in Südsibirien (in der nahen Umgebung der Transsibirischen Eisenbahn) und im Süden des fernöstlichen Russlands.

Die am leichtesten zugänglichen und wertvollsten Holzbestände wurden in der Sowjetzeit stark ausgebeutet; geblieben sind Wälder in weniger zugänglichen Bereichen Sibiriens und im Norden des europäischen Teiles. Diese Wälder, besonders jene in Sibirien, enthalten einen hohen Anteil an Lärchen. Die groß angelegte Ausbeutung dieser schwer zugänglichen Lärchenwälder hat sich als sehr kostenintensiv erwiesen, da das Fällen, der Transport und die Verarbeitung der Lärchenstämme schwierig sind. In den letzten Jahren hat trotzdem die Abholzung sibirischer Wälder stark zugenommen.
Quellen:
“Russland,” Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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