Washingtons Krieg gegen die Seidenstrasse

Was würde passieren, wenn Washington auf den Dschihad verzichtet?
China: Neue Seidenstrasse

Jedes Mal, wenn die syrische Armee den Dschihadisten eine Niederlage beibringt, kommen Tausende neue Kämpfer ins Land. Es ist offensichtlich, dass dieser Krieg von außen gesteuert wird und nicht eher aufhört, als man Soldaten dorthin zum Sterben schickt. Daher muss man die externen Gründe für den immer noch andauernden Konflikt verstehen. Nur so kann man eine Strategie entwickeln, die Leben retten wird.

Es sind jetzt mehr als fünf Jahre vergangen, dass in Syrien Krieg herrscht. Jene, die den Konflikt unterstützten, begründeten ihn anfangs mit der Ausdehnung des “arabischen Frühlings”. Heute aber redete keiner mehr davon, weil die im „arabischen Frühling“ entstandenen Regierungen bereits gestürzt worden sind. Alles andere als ein demokratisches Bestreben, waren diese Ereignisse nur eine Taktik für die Wende der säkularen Regime zugunsten der Muslimbruderschaft.

Jetzt wird behauptet, dass der syrische “Frühling” von anderen Kräften missbraucht worden sei; dass die “Revolution” – die es nie gab – von echten Dschihadisten gefressen worden wäre.

Wie bereits von Wladimir Putin angemerkt, ist das Verhalten des Westens und der Golfstaaten zu allererst inkohärent. Es ist unmöglich, auf dem Schlachtfeld die Dschihadisten und die syrische Republik zugleich zu bekämpfen, und so zu tun, als positionierte man sich auf einer dritten Seite. Niemand wählt nämlich öffentlich sein Lager, und der Krieg weiter geht.

Die Wahrheit ist, dass dieser Krieg keine nationale Ursache hat. Er ist nicht das Ergebnis einer regionalen Interessenlage, sondern einer weltweiten. Als der Krieg im Jahr 2003 vom US-Kongress durch Zustimmung zum Syrian Accountability Act erklärt wurde, sollte Dick Cheney die enormen Gas-Reserven des Landes kapern. Wir wissen heute, dass der “Peak Oil” nicht das Ende des Öls bedeutet und dass Washington bald andere Formen von Kohlenwasserstoffen im Golf von Mexiko ausbeuten wird. Das strategische Ziel der USA hat sich aus diesem Grund geändert. Von jetzt ab soll die wirtschaftliche und politische Entwicklung von China und Russland gehemmt werden, indem man sie zwingt, den Handel ausschließlich über maritime Wege abzuwickeln, die von Washingtons Flugzeugträgern kontrolliert werden.

Das Projekt der “Neuen Seidenstrasse”

Sofort nach seiner Machtübernahme im Jahr 2012 kündigte Präsident Xi Jinping die Absicht seines Landes an, diese Einschränkung überwinden zu wollen und zwei kontinentale Handelsrouten zur Europäischen Union zu bauen. Die erste soll auf der alten Route der Seidenstraße verlaufen, die zweite soll über Russland bis nach Deutschland führen. Sofort entstanden zwei Konflikte : zum Einen hatte der Krieg in Syrien nicht mehr das Ziel, einen Regimewechsel herbeizuführen, sondern Chaos zu schaffen, während das gleiche Chaos sich in der Ukraine ohne ersichtliche Gründe ausbreitete. Dann näherte sich Weißrussland der Türkei und den USA an, was im Norden die Trennung Europas in zwei Lager förderte. So schneiden die zwei endlosen Kriege beide Wege ab.

Die gute Nachricht ist, dass niemand einen Sieg in der Ukraine gegen eine Niederlage in Syrien aushandeln kann, weil die beiden Kriege das gleiche Ziel haben. Die schlechte Nachricht ist, dass das Chaos weiterhin an beiden Fronten wüten wird, solange es China und Russland nicht gelungen ist, eine andere Kommunikationsachse aufzubauen.

Man kann daher nichts von einer Verhandlung mit Menschen erwarten, die dafür bezahlt werden, den Konflikt andauern zu lassen. Man sollte ganz pragmatisch die Idee akzeptieren, dass diese Kriege für Washington nur Mittel sind, um die [beiden Stränge der] Seidenstraße abzuschneiden. Nur so wird es möglich sein, die vielen Interessen zu entwirren und alle bewohnten Gebiete zu stabilisieren.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quellen:

http://www.voltairenet.org/article191713.html
Al-Watan (Syrien)

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1 Kommentar

  1. http://www.gemeinde-neuhaus.de
    http://www.nestag.at
    Deutschland braucht einen Friedensvertrag zum
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    Fast alle Probleme im Land lassen sich auf den fehlenden
    Friedensvertrag zurückführen. Dann wären wir nicht mehr
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    Gemeindereaktivierung (aus dem Vertrag nehmen)
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