Zypern saniert sich auf Kosten Russlands

Zyperns Geldautomaten werden wieder aufgefüllt -- Bildquelle: Daily Mail
MOSKAU, 26. März (RIA Novosti).

Die zyprische Regierung hat sich Sonntagnacht mit den Geldgebern auf einen neuen Rettungsplan geeinigt, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

Damit wendete Zypern in letzter Minute die Staatspleite ab. Die 17 Finanzminister der Eurozone unterzeichneten eine vorläufige Vereinbarung. Die Kunden der beiden größten zyprischen Banken, der Bank of Cyprus und der Laiki Bank (Cyprus Popular Bank), werden jedoch Geld verlieren. Die Bank of Cyprus wird verkleinert. Auf Guthaben von mehr als 100.000 Euro wird eine Zwangsabgabe von 30 Prozent erhoben. Die Laiki Bank wird komplett zerschlagen. Faule Einlagen werden in einer „Bad“ Bank ausgelagert, die anderen Guthaben werden in der Bank of Cyprus deponiert. Konten mit Beträgen bis zu 100.000 Euro bleiben in der Bank of Cyprus.

Dieser Beschluss muss nicht vom zyprischen Parlament gebilligt werden, weil keine neue Steuer eingeführt, sondern die Banken restrukturiert werden. Das Gesetz über die Insolvenz der Banken war bereits am Freitag verabschiedet worden.

Was mit den anderen Bankguthaben geschieht, ist nach wie vor ungewiss. Experten zufolge gibt es Befürchtungen, dass Laiki-Bank-Kunden mit Guthaben von mehr als 100.000 Euro ihr ganzes Geld verlieren.

Mit dem neuen Rettungsplan werden vor allem die zyprischen und britischen Rentner abgesichert. Der neue Beschluss wird vor allem einige russischen Unternehmen treffen. Doch auch ein großer Teil der  russischen Unternehmen mit Kapital in Zypern ist nicht von der Zwangsabgabe betroffen. Viele russische Firmen besitzen Konten bei der in dem Inselstaat ansässigen Russian Commercial Bank (Russki Kommertscheski Bank), einer Tochter von Russlands zweitgrößter Bank VTB Group, deren Einlagen mit keiner Sonderabgabe belegt werden.

Wie der Jurist Pawel Romanenko sagte, war die Laiki Bank bei russischen Kunden sehr beliebt, weil diese von Moskau aus problemlos ein Konto eröffnen konnten.

Die Eurogruppe beschloss zudem Einschränkungen für Abhebungen,  um den Abzug von Kapital zu verhindern.

Russlands Vizepremier Igor Schuwalow konnte am Montag keine konkreten Zahlen über die Verluste der russischen Investoren benennen. „Erstens handelt es sich um Geld, das aus Russland ausgeführt wurde, um Steuerzahlungen zu umgehen. Meines Erachtens ist der Anteil dieses Geldes nicht hoch. Die meisten russischen Finanzmittel befinden sich absolut legal in Zypern“, sagte Schuwalow.

http://de.rian.ru/zeitungen/20130326/265800892.html

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